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Leverkusen: Randale an Aral-Tankstelle

Bürgermonitor : Angst vor Schlägern an Aral-Tankstelle

Mitte Juli hatte es eine Prügelei auf dem Rheindorfer Areal gegeben. Nachbarn fürchten: Da kommt mehr.

Wenn die meisten Menschen ganz entspannt die lauen Sommernächte genießen, wird Jörg Weger nervös. Dann lauscht er, ob es wieder Krawall gibt an der Tankstelle nebenan. Vier Jahre lang war es relativ ruhig. Aber seit knapp zwei Wochen befürchtet Jörg Weger, dass nun wieder alles von vorne losgeht.

Das war passiert: In der Nacht zum 18. Juli war das Gegröle auf dem Gelände der Aral-Tankstelle an der Solinger Straße/Ecke Am Vogelsang so laut, dass Weger die Polizei rief. Die war bereits mit drei Fahrzeugen unterwegs, auch ein Rettungswagen war dabei. Nach rund 45 Minuten war der Einsatz beendet; es hatte eine Prügelei zwischen mehreren jungen Leuten gegeben. „Die selben Probleme gab es damals regelmäßig“, erzählt Jörg Weger. Seine Sorge: „Diese Schlägerei war möglicherweise erst der Anfang.“ Er vermutet: „Seit in der Tankstelle ein Rewe to go-Markt eingerichtet wurde, gibt es dort auch wieder nach 22 Uhr Alkohol. Deshalb treffen sich die Jugendlichen dort, betrinken sich und machen Randale.“

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Genau das war seit 2014 nicht mehr der Fall gewesen. Damals hatten Weger und andere Anwohner eine Bürgerinitiative gegründet, und der Tankstellen-Ärger war schließlich sogar Thema in der Bezirksvertretung 1 – mit Erfolg: In Absprache mit dem Tankstellenpächter Arnd Spies wurde seitdem in der Tankstelle zwischen 22 und 5 Uhr kein Alkohol mehr verkauft.

„Das waren wirklich schlimme Zustände damals“, bestätigt Arnd Spies. Gruppen von Jugendlichen hätten sich auf seinem Gelände betrunken, Kunden und Nachbarn angepöbelt, Glas zerschlagen, in die Ecken gepinkelt und randaliert. „Deshalb haben wir 2014 freiwillig den Alkoholverkauf eingeschränkt. Obwohl wir damit auch die Kunden vergrault haben, die einfach nur nach ihrer Spätschicht eine Flasche Bier bei uns kaufen wollten. Wir arbeiten seitdem eng mit der Polizei, speziell mit unserem Bezirkspolizisten, zusammen, das klappt sehr gut.“ Denn er sei auf die Hilfe der Polizei angewiesen. „Meine Mitarbeiter kann ich ja bei solchen Vorfällen  nicht rausgehen lassen. Sie haben die klare Anweisung, die Polizei zu rufen, sobald sich hier Jugendliche versammeln.“

Angesprochen auf den wieder erlaubten Alkoholverkauf sagt der Tankstellenpächter: „Das stimmt. Seit dem Umbau in 2016 verkaufen wir wieder Alkohol in unserem Shop. Aber bis zum 18. Juli – also mehr als zwei Jahre – ist ja auch nichts passiert.“ Außerdem habe man festgestellt, dass am besagten Abend nur zwei von den Jugendlichen Alkohol an der Tankstelle gekauft haben.

Dazu passt, dass man schon damals in vielen Gesprächen festgestellt hatte, dass das Problem das gesamte Umfeld betreffe, nicht nur das Tankstellenareal. „Die haben sich im Supermarkt mit billigem Alkohol eingedeckt, sich in der Nähe betrunken, und wenn der Vorrat alle war, kamen sie zur Tankstelle“, erinnert sich Spies.

Er ist zuversichtlich, dass der Vorfall einmalig bleibt: „Bei uns gilt ab sofort, dass die Angestellten vor Ort entscheiden, ob es zu riskant ist, einem Kunden Alkohol zu verkaufen. Wenn Ärger in der Luft liegt, gibt es keinen Alkohol.“ Außerdem fahren seitdem Polizisten regelmäßig Streife vor seiner Tankstelle.

Jörg Weger hat mittlerweile versucht, die zuständige Aral-Bezirksleiterin zu erreichen. „Sie hat bislang aber nicht reagiert.“ Stattdessen habe sich aber der CDU-Landtagsabgeordnete Rüdiger Scholz bei ihm gemeldet und bei Bedarf seine Unterstützung angeboten. „Aber ich warte jetzt erst einmal ab“, sagt Jörg Weger. „Wenn es klappt – und danach sieht es ja momentan aus – sind wir alle zufrieden. Wenn nicht, geht das Spiel von vorne los.“