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Leverkusen: Privatmann plant Wohnungsbau am Reuschenberg

Bezirksvertretung II stimmt zu : Wohnungsbau am Reuschenberg

Die Bezirksvertretung II stimmte jetzt einem Bürgerantrag zu. Privatmann will Mietshäuser bauen und auch 40 bis 50 öffentliche Parkplätze schaffen, die den Parkdruck am Friedhof mildern könnten.

Die Lage am örtlichen Wohnungsmarkt ist extrem kritisch. Das bestätigt der Wohnungsmarktbericht der Stadt Leverkusen, in dem es heißt, der Markt sei „mit Ausnahme des oberen Mietpreissegments angespannt bis sehr angespannt“. Ursache dafür ist nicht zuletzt der Mangel an freien Grundstücken.

Nun aber bietet sich der Stadt eine Gelegenheit, dieses Manko zumindest an einer Stelle zu beseitigen. Dazu müsste allerdings erst der Bebauungsplan geändert werden. Die Bezirksvertreter des Stadtbezirks II haben bei ihrer jüngsten Sitzung darüber ausführlich beraten. Und stimmten nach einigem Hin und Her mehrheitlich dem Bürgerantrag „zur Schaffung von Wohnbebauung und öffentlichen Stellplätzen“ zu.

Zum Hintergrund: Ein privater Eigentümer hat angeboten, auf seinem unmittelbar neben Friedhof Reuschenberg in Bürrig gelegenen Grundstück zwischen der Straße Auf dem Weiherberg und Waldstraße unter anderem 40 bis 50 öffentliche Parkplätze zu schaffen. Zugleich möchte er drei Mehrfamilienwohnhäuser mit drei Wohnebenen erstellen, die er als Miethäuser im Familienbesitz halten möchte. „Unter den drei Gebäuden soll eine durchgehende Tiefgarage mit Stellplätzen für die Mieter entstehen. Außerdem wäre es vorstellbar, da in diesem Segment dringender Bedarf besteht, eines der drei Wohnhäuser mit öffentlich geförderten Sozialwohnungen auszustatten“, heißt es weiter in dem Antrag des Bürgers.

Irmgard von Styp-Rekowski (CDU) signalisierte spontan Ablehnung. Ehe sie zustimmen könne, ließ sie Bezirksvorsteher Rainer Schiefer wissen, brauche sie erst nähere Angaben zur Verkehrssituation. Parteikollege Heinz-Jürgen Pröpper und Dirk Danlowski (Bündnis 90/Die Grünen) waren sofort angetan und sagten: „Das kann nur im öffentlichen Interesse sein.“ Markus Pott (Opladen Plus) bestätigte: „Das Paket ist stimmig.“

Das Verfahren sei erst am Anfang, meldete sich Michael Molitor, stellvertretender Fachbereichsleiter und Leiter der Abteilung Rat und Bezirke, zu Wort. Stimme der Bezirk dem Antrag zu, gehe der Auftrag an den Rat. Dort werde voraussichtlich im August darüber beraten, ob die Verwaltung eine Änderung des B-Planes mit Bürgerbeteiligung einleiten solle.

Er selber begleite das Thema schon seit langem, ergänzte Molitor. Seiner Meinung nach sei es die einzige Möglichkeit das Parkplatzproblem an der Stelle zu lösen. Auch weil sich „die Sache mit dem Landschaftsschutz endgültig erledigt hat“, plädiere er aus Sicht der Stadtverwaltung dafür, „das Thema zumindest auf den Weg zu bringen“. Wie das Verfahren am Ende ausgehe, lasse sich erst nach der Bürgerbeteiligung sagen.