Leverkusen: Postkarten-Kalender "Gruss aus Opladen"

Historie : Postkarten-Kalender „Gruss aus Opladen“

Sammler Dieter Hartmann gehen seit 1999 die Motive nicht aus für seinen im Eigenverlag gedruckten Jahresbegleiter.

Diesen Werbeslogan dürfte man heute definitiv nicht mehr verwenden: „Die beste Arznei ist schäumendes Rennbaumbräu“. Aber 1904, als die Ansichtskarte mit diesem Aufdruck verschickt worden ist, war der offenbar ebenso in Ordnung wie ein Trinkspruch unter der Zeichnung von der Bierbrauerei & Eisfabrik „zum Rennbaum“, deren Besitzer Ernst Wirts war.

Historische Ansicht der Kölner Straße in Opladen. Foto: KDH-Verlag

Diesen historischen „Gruss aus Opladen“ wählte Dieter Hartmann dieses Mal für seinen Postkarten-Kalender, den er seit 1999 regelmäßig im Eigenverlag drucken lässt. Die Motive gehen ihm noch lange nicht aus, denn Hartmann ist passionierter Sammler, der auch regelmäßig das Internet nach Grußkarten-Oldies durchstöbert und bei Ebay immer mal wieder etwas ersteigert, was er bisher noch nicht gesehen hat. Außerdem steuerte wieder sein Sammlerkollege Holger Krings einige Exemplare bei.

Lithografien wie die auf dem Deckblatt waren um 1900 verbreitet und diese wurde jedenfalls vor 1905 verschickt, denn sie ist auf der Bildseite beschrieben. Bis dahin war die Rückseite nur für die Adresse reserviert, außerdem brauchte man Platz für Ausgangs- und auch Ankunftsstempel. So kann man nachvollziehen, wie schnell die Post damals war, denn diese Karte brauchte nur wenige Stunden von Opladen bis zu ihrem Ziel in Barmen.

Die zwölf Monatsblätter des Kalenders zeigen weniger bekannte Aufnahmen und Perspektiven wie die von der Wupperbrücke 1908, die Düsseldorfer Straße um 1905 oder die Bahnhofstraße mit Postamt um 1910 und die untere „Köllnerstraße“ um 1907.

Der Blick auf die frisch gepflanzte Wiembachallee um 1920 ist kaum noch mit dem heutigen Erscheinungsbild zu vergleichen. Sie war damals nur an einer Seite bebaut. Auch die Luftaufnahme vom Ende der 1950er Jahre mit Blick auf das Opladener Stadtzentrum und den Bahnhof zeigt noch große freie Flächen auf der Quettinger Seite.