1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Leverkusen: „Positiv“ – nach zehn Tagen und drei Corona-Tests

Leverkusener im Behörden-Dschungel : „Positiv“ – nach zehn Tagen und drei Corona-Tests

Eine Odyssee durch das Corona-Test-System der Stadt hat ein junger Leverkusener erlebt. Nennen wir ihn beim Vornamen: Sven. Es braucht insgesamt drei Tests und zehn Tage, bis er ein Ergebnis erhielt. Besonders prekär: Es war positiv. Sein Vater hat Protokoll geführt.

8. Oktober Sven erhält die Nachricht eines positiven Testergebnisses aus seinem engen Umfeld. Er lässt sich um 14.30 Uhr am Klinikum bei Synlab testen und begibt sich mit seinen Eltern vorsorglich in Quarantäne.

9. Oktober Nachricht um 15.40 Uhr: Probe kann nicht ausgewertet werden, neuer Termin nötig. Bürgertelefon angerufen, um weiteres Vorgehen zu besprechen. Antwort: „Wie soll ich Ihnen jetzt helfen?“ Anrufe bei Synlab erfolglos, immer besetzt. Zweiter Anruf Bürgertelefon. Was tun? Antwort: „Versuchen Sie es noch einmal, wenn es nicht funktioniert, melden Sie sich morgen.“ 16.15 Uhr zu Synlab gefahren. Laboranten (Studenten) sagen: Neuer Test geht nur mit neuer Überweisung. Synlab-Zentrale widerspricht: Geht doch!  Doch gibt es keinen neuen Barcode zur Ergebnisabfrage. Immerhin: Dringlichkeit des Testergebnisses wird im System vermerkt.

10. Oktober Erneute Probe laut QR-Code-Abfrage nicht auswertbar. 12 Uhr: Anruf beim Bürgertelefon. Sven wird beim Infektionsschutz gemeldet.

11. Oktober Niemand meldet sich, auch der Infektionsschutz nicht.

12. Oktober 11.30 Uhr: Sven ruft Synlab an. Antwort: Zweiter Test nicht auswertbar. 12 Uhr Bürgertelefon angerufen,  Nummer vom Gesundheitsamt erhalten und um 14 Uhr erreicht. Sven wird mündlich in Quarantäne verwiesen. Er erhält Termin für Drive-In-Test in der Auermühle für den 14. Oktober.

14. Oktober 15 Uhr: Sven fährt zur Auermühle und wird nach 45 Minuten nicht getestet, weil er nicht auf der Liste steht. Eine Überweisung vom Gesundheitsamt liegt nicht vor. 19 Uhr: Beschwerde-E-Mail an Amtschef Martin Oehler.

15. Oktober Svens Chef informiert Malteser. Die wollen für einen Abstrich zu Sven nach Hause kommen, doch nichts passiert.

17. Oktober Erneuter Testtermin an der Auermühle.

18. Oktober 9.20 Uhr: Anruf vom Gesundheitsamt: Sven ist positiv, seine Eltern sind negativ. Die Quarantäne wird auf unbestimmte Zeit verlängert, später bis zum 27. Oktober festgesetzt.

 „Es gibt immer wieder mal fragliche Testbefunde“, sagt Martin Oehler, Leiter des Gesundheitsamts. Und: „Der Fall ist nicht gut gelaufen“, räumt der Mediziner mit Blick auf Svens Odyssee ein. Wie in anderen Gesundheitsämtern auch habe sich in Leverkusen die Belastung der Mitarbeiter in den vergangenen Wochen deutlich erhöht. „In der Mehrzahl der Fälle läuft es aber ordentlich“, betont Oehler. Die personellen Ressourcen würden aufgestockt, Laborkapazitäten erhöht.