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Leverkusen: Polizei empfiehlt: Räder jetzt kodieren lassen

Vier Millionen Euro Schaden in Köln und Leverkusen : Polizei empfiehlt: Räder jetzt kodieren lassen

Der Biker Treff in Wiesdorf hat nun ein Kodiergerät zur Abwehr gegen Fahrraddiebe. Eine Spende von Covestro hilft den Ehrenamtlern bei ihrer Arbeit. Sie reparieren Räder und geben sie zum kleinen Preis an Bedürftige weiter.

Alleine in Köln und Leverkusen entstand durch Fahrraddiebstähle laut Dirk Beerhenke von der Polizei im Jahr 2019 ein Sachschaden in Höhe von rund vier Millionen Euro. Stark betroffen davon seien Bedürftige, wie Heinz-Dieter Nelles betont. Der Mann vom Biker-Treff in Wiesdorf kann jetzt mit seinem Team von Ehrenamtlern für einen schmalen Preis Räder mit einer individuellen Nummer kodieren. Das hilft im Falle eines Diebstahl.

Der Vorgang an sich dauert nur wenige Sekunden. Ein teures Kodiergerät fräst die Nummer in den Rahmen. 6500 Euro, sagt Nelles, koste ein solches Instrument. Das war für die kleine Mannschaft finanziell nicht zu stemmen. Covestro aber half aus. Das Leverkusener Unternehmen hatte die Prämie, die die Belegschaft beim Stadtradeln für den ersten Platz erhalten hatte und spenden wollte, auf 5000 Euro aufgestockt. „Wir kamen in unseren Überlegungen schnell auf den Biker-Treff“, sagt Andrea Weber.

Die Freiwilligen reparieren meist kaputte Räder, die sie für 30 bis 70 Euro an Bedürftige verkauft. Die sind laut Nelles oft von Diebstählen betroffen. Denn ein gutes Schloss können sich die Meisten nicht leisten. „Sie haben ein anderes Verhältnis zu Geld“, erläutert der 81-Jährige. Dabei sei ein gutes Schloss sehr wichtig. Oftmals reiche die Zange, um das Fahrrad zu entfernen. Andere Täter benutzen Eisspray und einen Hammer. Der etwaige Schließmechanismus gebe da schnell nach. Es brauche ein dickes Schoss, das möglichst isoliert sei.

Dirk Beerhenke von der Kriminalprävention weist insbesondere darauf hin, das Rad an-, nicht nur abzuschließen. Eine simple Wegfahrsperre reiche nicht aus. „Da lachen die Täter drüber“, betont der 60-Jährige. Banden würden Räder häufig tagsüber stehlen. Mit einem Transporter und Arbeitskleidung ausgerüstet, fiele das den meisten Menschen nicht auf. Er appellierte, dass sich Leute bei derartigen Beobachtungen die Zeit nehmen, um die Polizei zu informieren.

Insgesamt gehe die Zahl der Fahrraddiebstähle im Vergleich zum Vorjahr zurück. Das liege an Corona, aber auch an der eigens für dieses Delikt gegründeten Ermittlungsgruppe der Polizei. Die könne anhand der Kodierungsnummer bei Kontrollen schnell feststellen, ob das Rad gestohlen wurde. Auch empfiehlt der Fachmann einen Fahrradpass. Dieser enthält Marke, Modell, die Rahmennummer und andere Besonderheiten. Das macht genaue Angaben gegenüber der Beamten einfacher.

Neue Technik wie GPS und das unauffällige Anbringen von Mikrochips würden die Nachverfolgung zusätzlich erleichtern. Die Chips gibt es laut Beerhencke schon ab vier Euro. Sie können durch einen Scanner erkannt werden.

Im Biker-Treff (Breidenbachstr.11) können Bedürftige ihr Rad samstags von 10 bis 12 Uhr für fünf Euro kodieren lassen. Für alle Anderen fallen 15 Euro an. Terminvereinbarung: kontakt@radservice.bike.