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Leverkusen: Politische Lösung zu Onkologie-Praxis in Opladen gefordert

Nach der Schließung : Polit-Lösung zu Onkologie-Praxis gefordert

Zur Schließung der Reddemann-Praxis für Kassenpatienten rumort es in der Politik und bei Patienten.

Die Schließung der onkologischen Praxis von Christina Reddemann in Opladen wird zum Politikum. Das Thema steht auf der Tagesordnung der Sondersitzung des Hauptausschusses am Donnerstag. Reddemann darf derzeit keine Kassenpatienten behandeln, bis in einem Hauptverfahren in einem Rechtsstreits mit dem Klinikum entschieden ist, ob die Klinikum-Tochterfirma MVZ Leverkusen oder Reddemann Anspruch auf einen Sonderarztsitz haben (wir berichteten).

Die Wählergemeinschaft Opladen Plus schreibt an Oberbürgermeister Uwe Richrath, der Aufsichtsratschef des Klinikums ist. In letztgenannter Funktion solle er „auf eine bürger- beziehungsweise patientenfreundliche Lösung“ hinwirken. Die zwei Standorte in der Stadt seien sinnvoll. Jeder Patient solle die Wahl haben, welchen er aufsuchen möchte.

Auch Patienten machen ihrer Sorge Luft. Udo Kreie etwa schreibt: „Ich bin seit vier Jahren als Patient bei Frau Dr. Christina Reddemann in Behandlung. Mit großer Verwunderung musste ich ... erfahren, dass die Praxis aufgrund eines Urteils des Landessozialgerichtes Essen geschlossen wird.“ Er maße sich nicht an, über die Rolle des Klinikums zu spekulieren. „Dass ein Unternehmen wie das Klinikum gewinnorientiert wirtschaften muss, steht außer Frage. Dass es jedoch in diesem Fall zu Lasten von einigen 100 Patienten gehen soll und eine freie Arztwahl dadurch blockiert wird, erschließt sich mir nicht.“ Für ihn und die anderen Patienten von Reddemann sei es ein großer Schock. „Gerade in der jetzigen, nicht einfachen Zeit ein solches Urteil von einem unabhängigen Gericht zu erlassen, hat mit Menschlichkeit nichts zu tun. Wenn in unserer Gesellschaft nur noch Geld und wirtschaftliche Interessen zählen, sehe ich für die Zukunft unserer Kinder schwarz.“ Die Kassenärztliche Vereinigung habe ihm bestätigt, dass sie die Sonderbedarfszulassung von Reddemann jederzeit befürworte. Kreie wünscht sich von den politisch Verantwortlichen „einen adäquaten Lösungsvorschlag zum Wohle der Patienten“.

Eine vor Tagen gestartete Online-Petition zur freien Arztwahl, die ans Klinikum und die KV gerichtet ist, fand bisher 1038 Unterschriften.