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Leverkusen: Plastikpiraten halten die Dhünn sauber

Schulklasse aus Leverkusen : Plastikpiraten halten die Dhünn sauber

Eine Sprachfördergruppe des Lise-Meitner-Gymnasiums beteiligt sich an dem europäischen Projekt und untersucht die Wasserqualität des Flusses.

Ein paar Schüler stehen auf der Brücke über der Dhünn und blicken gespannt auf das Netz, das sie ins Wasser gelassen haben. Andere inspizieren die Ufergegend, eine dritte Gruppe steht etwas abseits, vertieft in die Aufzeichnungen, die sie in den Minuten zuvor angefertigt hat. In drei Grüppchen arbeiten die 14 Schüler einer Sprachfördergruppe des Lise-Meitner-Gymnasiums im Rahmen des Biologieunterrichts an einem internationalen Projekt – vor der Haustür, mitten in Leverkusen.

„Plastic Pirates – Go Europe“ heißt dieses Projekt. Es ist eine Aktion des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, das gemeinsam mit Ministerien in Portugal und Slowenien umgesetzt wird. Die drei Länder, Deutschland, Portugal und Slowenien, setzen sich nämlich im Rahmen ihrer gemeinsamen Trio-Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union 2020/2021 besonders für saubere Meere, Fließgewässer und gewässernahe Natur ein. „Daher sind Schulklassen und Jugendgruppen aufgerufen, Plastikmüll an den Ufern von Flüssen und Bachläufen zu sammeln, die verschiedenen Arten des gesammelten Plastikmülls an unterschiedlichen Stellen eines Flussabschnitts zu dokumentieren“, berichtet Hellen Schramm von der Aktion Plastic Pirates.

Claudia Schulte ist Biologielehrerin am Lise-Meitner-Gymnasium. Sie hat mit den Kindern im Unterricht das Thema Umweltschutz und Plastikmüll behandelt. „Für die Schüler ist die Teilnahme an so einem internationalen Projekt eine große Wertschätzung. So werden sie auch für die Thematik sensibilisiert“, sagt die Lehrerin. Die Kinder, die alle maximal zwei Jahre in Deutschland leben, sind mit großer Begeisterung dabei. Denn natürlich darf bei der Ernsthaftigkeit der Thematik auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Und den haben sie, da sind sie sich einig.

„Wir haben ein Netz für eine Stunde in den Fluss gehangen“, sagt die zwölfjährige Lara. „Später untersuchen wir das mit dem Binokular“, ergänzt sie. Der 14-jährige Azaz war in einem anderen Grüppchen. Die Schüler wollten herausfinden, wie schnell die Fließgeschwindigkeit der Dhünn ist. „Dazu haben wir einen Stock genommen, ihn ins Wasser geworfen 20 Meter weiter die Zeit gestoppt“, sagt er. Die dritte Gruppe hat sich mit der Flussböschung beschäftigt und dort einiges an Unrat aufgesammelt. „Da war eine Dose bei, Verpackungen, Trinkpäckchen und Plastikstrohhalme“, berichtet Omran (14). Auch die Dhünn selbst haben sie sich angeguckt. Auf dem Wasser seien es aber in erster Linie Naturmaterialien wie Blätter und kleine Zweige, die dort zu sehen waren. „Es ist schön, dass wir da so wenig Müll entdeckt haben“, sagt der Schüler erfreut.

Nach dem spannenden Forschungstag an der Dhünn ist die Arbeit allerdings noch nicht abgeschlossen. Im Unterricht werden die Beobachtungen und Messungen zusammengetragen und die Ergebnisse anschließend nach Kiel geschickt, wo Wissenschaftler der Kieler Forschungswerkstatt sie auswerten. Auf einer digitalen Landkarte veröffentlichen sie die Ergebnisse. Und so werden Lara, Azaz, Omran und ihre Mitschüler Teil eines internationalen Projektes.