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Leverkusen: Patienten ruhig gestellt – Pfleger unter Verdacht

Patienten ruhiggestellt : Staatsanwaltschaft ermittelt gegen zwei Pfleger in Leverkusen

Nach der Anzeige eines Chefarztes des St. Josef Krankenhauses haben Staatsanwaltschaft und Polizei Ermittlungen gegen zwei 43 und 52 Jahre alte Pfleger der Geriatrischen Station unter anderem wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung aufgenommen.

Die beiden Pfleger sollen Patienten mindestens seit November 2020 ohne ärztliche Anordnung und ohne medizinische Notwendigkeit Medikamente verabreicht haben, um sie ruhig zu stellen, berichtet die Polizei am Donnerstag. Auf der Station war der überdurchschnittliche Verbrauch von Psychopharmaka bei internen Überprüfungen aufgefallen.

Bei der vom Amtsgericht Leverkusen angeordneten Durchsuchung der Spinde beider Pfleger am 10. September stellte die Polizei „mutmaßlich tatrelevante Medikamente“ sicher, heißt es in der Pressemeldung.

Die Polizei Köln habe eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Vernehmungen von Pflegekräften, Patienten sowie deren Angehörigen dauern noch an. Die beiden Beschuldigten äußern sich laut Polizei nicht zu den Vorwürfen, dürfen die Klinik aber nicht mehr betreten.Sie wurden bis zur Klärung der Vorwürfe freigestellt.

Der Träger, die Kplus Gruppe, will sich zum laufenden Ermittlungen nicht äußern. „Nach Hinweisen und anschließenden internen Überprüfungen der Verbrauchszahlen von angstlösenden Beruhigungsmitteln wurde in einem einzelnen Bereich eine Abweichung zum durchschnittlichen Verbrauch festgestellt“, heißt es in einer Stellungnahme. „Um den Sachverhalt nicht nur intern, sondern auch strafrechtlich aufzuklären, wurde von Seiten des St. Josef Krankenhaus Wiesdorf selbst Strafanzeige gestellt.“ Die Gruppe will „die selbst angestoßenen polizeilichen Ermittlungen in vollem Umfang unterstützen.“

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 Das von den Leverkusenern liebevoll, „Juppes“ genannte Krankenhaus besteht bereits seit 1902. Seit Januar 2009 gehört das als Spezialklinik für Geriatrie geführte Haus zur Kplus Gruppe. Gemeinsam mit der geriatrischen Abteilung der Solinger St. Lukas Klinik ist in der Gruppe eines der leistungsstärksten Zentren für die medizinischen Belange älterer Menschen in der Region entstanden. Neben der stationären Versorgung älterer Menschen wurde eine geriatrische Tagesklinik etabliert. Ende Februar wurde bekannt, dass die Wiesdorfer Geriatrie voraussichtlich Anfang 2022 geschlossen und in das Remigius-Krankenhaus in Opladen überführt werden soll, das ebenfalls zur Kplus Gruppe gehört.

(bu)