Leverkusen: Neues Projekt soll Kindern und Jugendliche zu mehr Chancengleichheit verhelfen.

Gegen Kinderarmut : Die „Kümmerer“ im Viertel

Ein neues Projekt soll Kindern und Jugendlichen zu mehr Chancengleichheit verhelfen.

Kinderarmut – dass sie auch in Leverkusen vorherrscht, ist für viele kaum vorstellbar. Dabei sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache. Rund ein Viertel aller Kinder in Leverkusen leben laut Statistik in Kinderarmut. Die Dunkelziffer liegt sogar noch höher. Und in manchen Stadtteilen liegt der Prozentsatz sogar bei der Hälfte. Jetzt soll mit Landesmitteln die sozialräumliche Unterstützung auf eine breitere Basis gestellt werden, um den Kindern nachhaltig mehr Chancengleichheit in Bildung und Beruf zu bieten.

Etwa 450.000 Euro stehen nun bereit, um sogenannte „Kümmerer“ einzustellen, die in den verschiedenen Sozialräumen der Stadt persönliche Beratungen und Hilfestellungen anbieten. Dafür müssen keine neuen Gebäude installiert werden, genutzt wird die gute Zusammenarbeit mit bereits bestehenden Einrichtungen wie den Manforter Laden, den Alkenrather Familientreff oder die Stadtteiltreffs in Opladen und Rheindorf.

Um diese vier Stadtteile dreht sich das Projekt zunächst auch. Denn dort liegen nach Erhebungen der städtischen Statistikstelle die Zahlen der Bürger im erwerbsfähigen Alter, die von der Grundsicherung leben, zum Teil deutlich über dem städtischen Mittelwert. Entsprechend sind Kinder und Jugendliche, die hier aufwachsen, eher auf Unterstützung angewiesen, um sich zurechtzufinden und qualifizierte Bildungsabschlüsse zu erlangen. „Und das funktioniert nur gemeinsam“, sagt Alexander Lünenbach, Dezernet für Umwelt, Bürger und Soziales.

Neben all den Förderanträgen, die man im Alltag immer wieder stellen müsse, sei es doch wichtig, darauf zu schauen, was es in Leverkusen schon alles gibt und wie sich Jugendamt, die Stadt Leverkusen sowie die einzelnen Einrichtungen miteinander vernetzen können, um gezielt junge Heranwachsende bei Bildungsübergängen beziehungsweise der Einmündung in Ausbildung und Arbeit zu unterstützen.

„Wichtig ist es aber auch, bei den Eltern ansetzen“, ergänzt Angela Hillen, Leiterin für den Fachbereich Kinder und Jugend. Denn nur mit der Einbindung des Elternhauses hätte man größere Erfolgschancen.
Fünf sogenannte „Kümmerer“ von der Katholischen Jugendagentur Leverkusen und dem Diakonischen Werk stehen also ab sofort zur Verfügung.

Sie fungieren in den vier Stadtteilen als Coach. Mit niederschwelligen Aktionen sollen in Zusammenarbeit mit den etablierten sozialräumlichen Strukturen neue Angebote geschaffen werden, die eine Teilhabe der Kinder, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und deren Familien an der städtischen und nachbarschaftlichen Gemeinschaft ermöglichen und fördern – und so einen Weg aus der Armut zeigen.

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