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Leverkusen Neuer Strandbar-Wirt plant Mindestverzehr

Wechsel : Neuer Strandbar-Wirt plant ein Euro Mindestverzehr

Vorgänger Michael Endres ist enttäuscht, wünscht Nachfolger Andreas Keunecke aber Erfolg. Der fasst eine Wiedereröffnung im Juni oder Juli ins Auge. Die Leverkusener FDP spricht von einem „undemokratischen“ Beschluss per Dringlichkeitsentscheid am Stadtrat vorbei.

Die Reaktionen hätten unterschiedlicher nicht sein können, nachdem die Stadt Leverkusen am Freitag ihre Entscheidung für Andreas Keunecke als neuen Pächter der Strandbar Leverkusen bekanntgegeben hatte. Da war von Schock die Rede und von Kritik, dass man sich als Bürger einfach nicht gegen den Stadtrat durchsetzen könne – die entscheidende Zustimmung erteilten die Fraktionen von CDU und SPD erst kurz zuvor mit einem Dringlichkeitsbeschluss. FDP-Oberbürgermeisterkandidatin Monika Ballin-Meyer-Ahrens nennt das Vorgehen „undemokratisch“: Oberbürgermeister Uwe Richrath (SPD) habe, anders als im Dezember zugesagt, eine Entscheidung nun doch ohne Votum des Rates herbeigeführt.

Michael Endres, der die Strandbar 13 Jahre führte, zeigt sich tief enttäuscht: „Neben der wirtschaftlichen Seite ist es auch eine Herzensgeschichte und Existenz, die plötzlich weg ist. Meine Mitarbeiter und ich sind am Boden zerstört“, sagt der Leverkusener. Von der Stadt habe er nie ein offenes Wort gehört, warum sein Vertrag nicht verlängert wurde. Schließlich habe er bei seiner Bewerbung ähnliche Themen vorgeschlagen, mit denen sein Nachfolger punkten konnte.

Dazu zählen – wie berichtet – unter anderem eine behindertengerechte Gestaltung der Location, ein Pfandsystem, autarke Energieversorgung sowie ein Spielbereich für Kleinkinder und Wickelmöglichkeiten. Gegenüber seinem Nachfolger zeigt sich Endres fair: „Auch wenn vieles nicht gut gelaufen ist, sollte man dem Neuen eine Chance geben. Er ist ein netter Kerl, ich halte ihn für kompetent.“ Auch deshalb bietet er dem Kollegen eine Übergabe an, mit der beide Seiten gut leben können.

Keunecke wiederum ist einverstanden und überzeugt: „Selbstverständlich werden wir uns absprechen und eine Einigung erzielen.“ Man werde sich auf jeden Fall zusammensetzen und schauen, wer welche Vorstellungen habe, sagt der künftige Strandbar-Wirt. Wann der staatlich geprüfte Wirtschaftsassistent seine „Wohlfühloase im Neulandpark“ öffnen kann, hängt unter anderem auch von Beschränkungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus ab. Für einigermaßen realistisch hält er einen Start im Juni oder Juli.

Als Vater eines neunjährigen Sohnes werde er seinen Hauptwohnsitz zwar in Lichtenwald nahe Stuttgart behalten, während der Saison aber in Leverkusen wohnen, kündigt Keunecke an. Deshalb sei er gerade auf der Suche nach einer Wohnung. Sein Vater und Bruder seien ebenfalls mit im Geschäft, würden es aber vorziehen, auf einem Campingplatz zu bleiben. Das Saisongeschäft in Köln – der 50-jährige Schwabe war dort zuvor elf Jahre als Geschäftsführer für die „Sonnenschein-Etage“ zuständig – will er in diesem Jahr keinesfalls fortsetzen. Vielmehr plant er, sich ganz auf Leverkusen zu konzentrieren. „Ich mache keine halben Sachen, sondern bin immer mit 100 Prozent dabei“, sagt Keunecke. Nicht zuletzt deshalb will er sein gesamtes Helferteam für die Strandbar am Ort rekrutieren und insgesamt mehr als zehn Arbeitsplätze schaffen.

Der Eintritt zu dem angesagten Ausflugsziel soll – außer bei speziellen Events – formal auch künftig frei bleiben, allerdings plant Keunecke einen Mindestverzehr in Höhe von einem Euro pro Kopf.

Die Inhalte seiner der Stadt präsentierten Konzeption verspricht er „eins zu eins“ umzusetzen. „Ich bin überzeugt, den einen oder anderen Gast mit familienfreundlicher Preisgestaltung überraschen zu können“, sagt Keunecke.