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Leverkusen: Neue Schau in der Galerie FlowFineArt in Hitdorf

Malerei-Positionen treffen auf organische Skulpturen : Schlichte marmorne Schönheiten und glänzende Schichten

Drei Malerei-Positionen treffen auf Naturfotografie und organische Skulpturen aus Marmor

Der Frühling ist bereits eingezogen im historischen Gebäude der Galerie FlowFineArt. Fancher Brinkmann erhellt mit satten Farben die Gemüter der Betrachter, die ab Sonntag die neue Ausstellung von fünf Künstlern auf 200 Quadratmetern besuchen.

Sie arbeitet abstrakt, doch lesen sich ihre Leinwände mit waagerechter Linie wie Landschaften. Die leuchten aus sich selbst, was zum einen an den vielen übereinander aufgetragenen Schichten liegt, zum anderen am Material. Brinkmann bevorzugt Ölfarben mit ihrem seidigen Glanz. Den vermeidet der gebürtige Engländer Mark Harrington ganz bewusst. Auch er trägt viele Farbschichten übereinander auf, schafft mit Rakel und Spachtel horizontale Linien und Strukturen. Dann kratzt, schmirgelt und bearbeitet er den noch feuchten Acrylauftrag, der eine staubig-matte Oberfläche bekommt. An Schlieren im Wasser, Strukturen in Baumrinden oder angeschliffene Flächen einer Metallplatte erinnern diese Bilder, je nach Farbigkeit.

Von beiden setzt sich die Malerei der in Köln ansässigen Künstlerin Anne Dahm-Puchala deutlich ab. Sie hat sich an der japanische Philosophie Wabi Sabi orientiert, die das Einzigartige in der Unvollkommenheit findet. Ihre Werke, die teils schwerelos vor der Wand zu schweben scheinen, vermitteln eine flüchtige Schönheit und Zerbrechlichkeit in diversen Farbnuancen von Weiß- und Grautönen. Außer Leinwandarbeiten stellt sie auch zwei große Arbeiten aus, die auf Acrylplatten gemalt wurden, und zwar von beiden Seiten, so dass sich Vordergrund und die durchscheinende Rückseite ergänzen.

Pablo Paredes, ein Chilene mit Atelier bei Köln, ist eigentlich Musiker und Komponist und wird am Sonntag zur Vernissage ein Konzert auf dem Flügel im Erdgeschoss geben. Er ist der Interdisziplinäre in dieser Ausstellung und zeigt zum einen menschenleere Fotografien von beeindruckenden landschaftlichen Formationen der Atacama-Wüste und den zerklüfteten Eisbergen Patagoniens. Zudem sind einige seiner einzigartigen Papierarbeiten zu sehen, die als Ausdruck der Musik Südamerikas und des Jazz entstanden.

Auf das ganze Haus verteilt wurden die Steinskulpturen von Petra Hemken, die organischen Formen nachempfunden und schlicht gehalten wurden. Zerbrechlich wirkt das rundliche Gebilde aus durchscheinendem Alabaster. Die meisten Arbeiten sind aus weißem und schwarzem Marmor gearbeitet. Eine hochpolierte schwarze Skulptur hat sie aus zwei Teilen zusammengefügt und eine Plexiglasscheibe wie die Füllung eines Burgers dazwischen gelegt. Wie ein glitzernder, silberner Reif trennt sie die Marmorteile.

Zur Vernissage am Sonntag, 8. März, um 13 Uhr sind alle Künstler in der Galerie FlowFineArt, Rheinstr. 54, anwesend. Öffnungszeit 12 bis 16 Uhr. www.flowfineart.com.