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Leverkusen: Neue Museumskuratorin auf Zeit ist in Morsbroich im Einsatz

Schloss Morsbroich : Die neue Museumskuratorin auf Zeit

Susanne Wedewer-Pampus vom Kunstverein Leverkusen unterstützt aushilfsweise das Museum Morsbroich als Kuratorin, bis das Besetzungsverfahren angelaufen ist. Nach einem neuen Leiter wird weiterhin gesucht.

Auf einmal war Fritz Emslander ganz allein im Museum Morsbroich. Anfang 2018 hat Markus Heinzelmann überraschend seinen Dienst als Museumsleiter quittiert, nachdem er noch mit dem Museumsverein einer umfangreichen Katalog zur Rettung des von Schließung bedrohten Hauses auf den Weg gebracht hat. Dessen Umsetzung, die sich ja inzwischen als Sisyphos-Aufgabe erwiesen hat, wollte er offenbar nicht mehr begleiten. Im März hat auch noch Stefanie Kreuzer als Kuratorin gekündigt, um Morsbroich gegen eine Stelle am Bonner Kunstmuseum einzutauschen (die RP berichtete). Wegen Resturlaubs und freier Tage ist sie aber schon jetzt nicht mehr vor Ort, um die Ausstellung zu begleiten, die sie noch in Leverkusen eingefädelt hat. Da war akut Hilfe nötig, um die ansehenden Aufgaben zu bewältigen.

Die Rettung lag in diesem Fall ganz nah. Tür an Tür mit Emslanders Büro ist der Kunstverein Leverkusen zu Hause. Dessen Vorsitzende Susanne Wedewer-Pampus ist nicht nur Kunsthistorikerin, sondern auch persönlich ganz stark mit dem Museum Morsbroich verbunden. Sie ist dort sozusagen aufgewachsen und hat dort auch jene Luft geschnuppert, die sie schließlich zum Studium geführt hat. Ihr Vater, Rolf Wedewer hat (von 1965 bis zu seiner Pensionierung 1995) 30 Jahre lang das Haus geleitet, das 1951 als erste Neugründung eines Museum für Gegenwartskunst in der jungen Bundesrepublik Deutschland eröffnet worden war. Susanne Wedewer-Pampus ist dort offiziell seit dem 1. Juni als kuratorische Aushilfskraft auf Honorarbasis beschäftigt. Zunächst ist die Anstellung auf drei Monate befristet. Dann sollte die Suche nach einer Nachfolge für Stefanie Kreuzer Fahrt aufgenommen haben. Die Ausschreibung für das Nachbesetzungsverfahren läuft jedenfalls. Nun sollten bald die Bewerbungen eintrudeln, so die Hoffnung.

Weniger erfreulich sieht es mit der Position des Museumsleiters aus. Nachdem der Wunschkandidat Ende vergangenen Jahres abgesagt hat, muss die Position des Museumsdirektors erneut ausgeschrieben werden. Das klingt nach unendlicher Geschichte, denn die Stadt hat sich entschieden, das Bewerbungsverfahren dieses Mal durch einen Personalberater begleiten zu lassen. Aber den gilt es erst zu finden. „Das Vergabeverfahren zur Auswahl des Personalberaters befindet sich aktuell in Vorbereitung“, beschreibt Stadtsprecherin Julia Trick den aktuellen Stand. Es wird also noch eine ganze Weile dauern, bis Fritz Emslander von seiner Doppel- und Dreifachbelastung als kommissarischer Leiter und Kurator entlastet wird. Wenigstens hat er jetzt sach- und auch ortskundige Unterstützung aus dem Nachbarbüro.

Seit vergangener Woche wechselt diese zwischen Kunstverein und Museum, die beide Ende nächster Woche eine neue Schau eröffnen. Im Museum ist dann „1:1  – Begegnung mit Originalen aus der Sammlung des Museums Morsbroich“ zu sehen. Auf drei Etagen werden Arbeiten gezeigt, die sich im Besitz der Stadt befinden. Viele davon hat Vater Rolf Wedewer in seiner aktiven Zeit angekauft, noch in finanziell rosigen Zeiten, mit ordentlichem Ankaufsetat, von damals noch jungen und vergleichsweise „preiswerten“ Künstlern, die man heute nicht mehr bezahlen könnte. Jedenfalls nicht in Leverkusen. Ihr liege dieses Museum besonders am Herzen, versichert Susanne Wedewer-Pampus, die ihre Arbeit mit Freuden aufgenommen hat.