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Leverkusen: Neue Gasleitung wird ab 2021 wird gebaut

Vorarbeiten beginnen in diesem Monat : Gasleitung: Ab 2021 wird gebaut

Die lange in Leverkusen heiß diskutierte Leitung für so genanntes H-Gas kommt. Eine Klage der Stadt zur Trassenführung war Anfang des Jahres an oberster Stelle abgelehnt worden. Vorbereitende Arbeiten beginnen in diesem Monat. Open Grid stellt das Sicherheitspaket vor.

Der Papiertiger wird lebendig. In diesem Monat soll die Kampfmittelsondierung beginnen. Auch das Thema archäologische Funde steht auf dem Zeitplan für den Bau der NETG-Gasleitung von Hitdorf bis Bergisch Gladbach, gegen den sich Leverkusen seit Jahren gewehrt hat. Gerade der Fakt, dass die Leitung scharf an der Waldsiedlung und der Waldschule vorbeiführen soll, hatte für Aufregung gesorgt. Die Leitung solle weiter weg von der Schule verlegt werden, hatten Bürger und Politik gefordert. Die Stadt reichte Klage ein. Das Verfahren ging bis zum Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Dort ist Leverkusen wegen der Klagen gegen den Autobahnausbau bereits gut bekannt. Das Gericht wies im Januar die Klage ab. Veränderungen am geplanten Streckenverlauf wird es nicht geben.

Open Grid Europe (OGE), das Unternehmen, das die Leitung im Auftrag des Betreibers NETG verlegt, gibt nun Details zu Projekt und Zeitplan bekannt und verspricht, für Sicherheit zu sorgen.

So soll etwa verstärkter Spezialstahl verbaut werden, ein externer Sachverständiger begleitet das Projekt, während des Baus soll es unter anderem Druckprüfungen mit Wasser und mit „einem Vielfachen des späteren Betriebsdrucks“ und Schweißnahtprüfungen geben. Die Wandstärke der Rohre soll höher als üblich sein, nämlich 12,9 Millimetern. „Wir haben gerade den Bereich der Schule hart analysiert“, betont John-Volkmar Abert, der Technische Projektleiter. Fest stehe, dass die Verlegung der Leitung in dem Bereich für die Sommerferien 2022 terminiert und zum Schulstart beendet sein werde, damit die Schüler von den Arbeiten nicht tangiert werden. Ende 2022 soll der Bau der Leitung, die in Hitdorf-Voigtslach beginnt, über Langenfelder und Leichlinger Gebiet zurück nach Leverkusen führt und in Bergisch Gladbach-Paff­rath endet, fertig sein. In Pattscheid und in Paff­rath entstehen Anlagen zur Regulierung und Messung des Gasdrucks.

Auch während des Betriebes, sagt OGE, soll es eine Überwachung durch Begehen, Befliegen und Molchung geben. Eine dauerhafte 24-Stunden-Überwachung durch eine Leitstelle ist vorgesehen. „Es wird leicht Strom auf der Spezialumhüllung der Leitung liegen. Der Ursache kleinster Stromunterbrechungen wird nachgegangen“, betont Abert.

Die Leitung sei notwendig, weil Gebiete im Westen Deutschlands, die mit dem so genannten L-Gas versorgt werden bis 2030 auf H-Gas umgestellt sein müssen. Die L-Gas-Förderung im Erdgasfeld im niederländischen Groningen werde bis 2022 eingestellt, erläutert Helmut Roloff von OGE. 2024 wird in Leverkusen auf H-Gas umgestellt. Die 23,6 Kilometer lange Leitung, die mindestens einen Meter Erdüberdeckung haben wird, soll dies übergangslos ermöglichen.

Zeitplan Im Juni starten vorbereitende Arbeiten: Kampfmittel- und archäologische Untersuchungen, vor allem um das Umspannwerk Opladen in Richtung A 3. „Dort gab es Tonscherbenfunde“, sagt Abert. Das müsse untersucht werden. „Unsere terminlichen Interesse stehen hinter den archäologischen Ergebnissen zurück. Leichte Verschiebungen des Zeitplan nehmen wir in Kauf.“

Im Oktober beginnen Holzarbeiten. Einzelbäume müssen weichen. Abert nennt die Bereiche Balken (Bergisch Neukirchen/Leichlingen), Leimbach (Steinbüchel/Schlebusch) und Waldsiedlung. „Wir arbeiten normalerweise mit einer Breite von 32 Metern, hier werden es acht bis zehn Meter sein. Genauso breit wie der Schutzstreifen sein wird.“ 6,5 Hektar an Kompensationspflanzungen soll es geben.

 Im März 2021 beginnen die Bauarbeiten für die Leitung, die mit Begrünung 2023 enden. Am Umspannwerk gehe es etwas früher los.