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Leverkusen: Neue Bestuhlung im Erholungshaus passt in die Corona-Zeit.

Variable Sitze sind für alle Veranstaltungsformate geeignet : Neue Bestuhlung im Erholungshaus passt in die Corona-Zeit

Die neue variable Bestuhlung im Bayer-Erholuungshaus ist für alle Veranstaltungsformate geeignet. Das erleichtert die Arbeit der Techniker, die derzeit vor viele Herausforderungen gestellt werden.

Als bei Bayer Kultur die Pläne für eine neue Bestuhlung im großen Saal geschmiedet wurden, ahnte noch niemand was ein Virus mit der Kulturarbeit anstellen würde. Letzte Woche wurden die Podeste angeliefert und eingebaut, die Stühle verhakt und verschraubt. Alles richtig gemacht, ein besseres System hätte man nicht aussuchen können für diese Zeiten, denn es ist absolut flexibel, freut sich Bayer-Kultur-Leiter Thomas Helfrich.

 Sowohl was den klassischen, aufsteigenden Konzert- und Theateraufbau angeht als auch die Vortragsform in ebenerdigen Reihen, eine Bankettbestuhlung an Tischen oder das „Boxringformat“ für alternative Bühnen-Veranstaltungen. Weil man - durchaus bequeme - Einzelstühle mit Armlehnen angeschafft hat, lässt sich die Anzahl der Sitze der jeweils zugelassenen Besucherzahl anpassen, so dass Akteure in den nächsten Monaten nicht vor leeren Stuhlreihen spielen oder musizieren müssen.

Vor allem lassen sich die unterschiedlichen Varianten an einem Tag verändern. „Wenn sich alles eingespielt hat, wird es sogar noch schneller gehen“, glaubt Bühnenmeister Stephan Teschke. Bei der alten Konstruktion, die 1997 im Zuge einer Komplettrenovierung eingebaut wurde, war seine gesamte Mannschaft zwei volle Tage beschäftigt. Alleine 20 Tonnen Stahl aus dem Unterbau habe man beim Ausräumen entsorgt.

Dazu kam das Platzproblem, weil nicht nur die Podeste, sondern auch die Klappsitze bei ebenerdiger Nutzung eingelagert werden mussten. Die wurden mit Hilfe der beweglichen Vorbühne in den Orchestergraben hinuntergefahren und im Keller verstaut. Außerdem war ein Container auf dem Hof nötig, erzählt Teschke, denn „uns fehlen im Erholungshaus rund 500 Quadratmeter Lagerfläche.“

Das ist jetzt Vergangenheit. Die neue, nicht mehr ganz so stark ansteigende Unterkonstruktion besteht aus ganz normalen Bühnenpodesten, die mit den vorhandenen kombinierbar sind. Jetzt stehen jeweils zwei Stuhlreihen hintereinander auf jeder Ebene, so der ursprüngliche Plan, der vorübergehend sowieso nicht einzuhalten ist. Wegen der Zulassungsbeschränkung während der Corona-Pandemie wird nur jeweils eine Stuhlreihe aufgestellt. „Zwischenplätze in den Reihen werden mit Hussen gesperrt, um die vorgeschriebenen Abstände zu erreichen“, erklärt Teschke.

Alle Vorstellungen, die eigentlich im kleineren Rahmen wie etwa oben im Studio stattfinden sollten, wird man vorläufig in den großen Saal verlegen. Den Start macht am Sonntag, 23. August, das Kallimoto Trio, das eigentlich als Jazzfrühschoppen in der Kulisse für maximal 80 Besucher gedacht war. Musik plus Bewirtung, das lasse sich derzeit sowieso nicht durchführen, sagt Helfrich. Also wird es ein gut einstündiges Konzert werden, das zugleich Testlauf für das Einbahnstraßensystem sei. Links rein- und rechts rausgehen ist das Grundkonzept. Wobei die hinteren Reihen den Saal über die bisher zugebaute rückwärtige Tür betreten und dort über Treppen die Plätze erreichen.

Auch für das gute Durchlüften ist diese lockere Konstruktion günstiger. Die bietet jetzt maximal 620 Plätze, vorher waren es 100 mehr. Die dunkelblauen Stühle, die zum alten Mobiliar auf den Emporen passen, sind einzeln beschriftet und besonders strapazierfähig. Die alten Sitze haben 23 Jahr gehalten, wurden aber nur bei Terrassenaufbau genutzt, für Flachbestuhlung mussten Sitzgelegenheiten ausgeliehen werden. Die neuen Sitze werden bei allen Formaten verwendet und häufig gestapelt. Beim Klavierabend mit Tamar Beraia am 25. August kann sie das Konzertpublikum erstmals (mit Abstand) testen.