1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Leverkusen Museum Morsbroich öffnet sein Depot

Corona-Krise : Museum Morsbroich öffnet sein Depot

Nach Wochen mit digitalem Ersatz gibt es ab Samstag die reale Kunst-Begegnung „1:1“ mit Werken aus der Sammlung. Auch für Familien hat man alternative Angebote erdacht, weil die Räume der Museumspädagogik vorläufig noch genutzt werden dürfen. Es gibt Aktionshefte mit altersgerechter Erklärung und Mitmachangeboten.

Endlich wieder! Dankbar reagierten Besucher des Museums Morsbroich auf die Wiedereröffnung der Ausstellungsräume trotz Corona-Schutzmaßnahmen. Einen Monat lang hat das Team Erfahrung mit der neuen Situation sammeln können. Inzwischen stieg der stellvertretende Leiter Fritz Emslander in die Depots, um Werke aus der eigenen Sammlung auszuwählen, die nun auf drei Etagen präsentiert werden. „1:1 – Begegnung mit Originalen aus der Sammlung Morsbroich“ ist der Titel dieses großen Wiedersehens mit der Kunst aus dem Besitz der Bürger dieser Stadt.

Durch die wegen Corona notwendige Verschiebung der vorgesehenen Ausstellungen ergab sich das Zeitfenster. Nachdem sich alle über Wochen der Schließung mit digitalen Formaten begnügen mussten, von denen durchaus interessante neue entwickelt wurden, ist nun wieder die reale Begegnung möglich. Auf Abbildungen sind selbst Bilder nur unzureichend wiederzugeben, weil die Wirkung auch von Format oder Textur abhängt, Skulpturen verlieren bei der Übersetzung in die Zweidimensionalität zwangsläufig.

  • Einen Bauspielplatz, wie hier in Hochneukirch,
    Jugendprogramm in Korschenbroich und Jüchen : Angebote für die Sommerferien
  • Bei den Angeboten von „Sport im
    „Sport im Park“ und ein Sommerprogramm : Angebote für gemeinsamen Sport im Sommer
  • Kanzlerin Angela Merkel und Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin
    Corona-Maßnahmen : Corona-Regeln verlängert – Großveranstaltungsverbot bleibt

Emslander wählte für „1:1“ Werke, die sich besonders schlecht fotografieren lassen wie beispielsweise die surrealistisch anmutende Collage mit feinen gezeichneten Strukturen und Fell, „This Sur-Face is Dreaming of the next Decade“ von Ursula Schultze-Bluhm aus dem Jahr 1965/66. Oder die 1998 entstandenen großformatigen „Howden Twins“ von Rainer Gross. Die habe er anhand der Abbildung im Depot gesucht und fast nicht erkannt, gibt der Kunsthistoriker zu. Das Prinzip von „1:1“ ist, dass jeder einzelne Besucher sich wirklich ausschließlich auf ein Exponat konzentrieren kann, weil nämlich jedes – im Dachgeschoss jede Serie – einen eigenen Raum hat.

Davor gibt es jeweils eine Sitzgelegenheit, die dazu einlädt, sich in Ruhe mit dem Kunstwerk auseinanderzusetzen und auf den gedanklichen Dialog einzulassen. Am Eröffnungswochenende und am 26. Juli sowie 30. August werden einzelne Ciceroni (Kunstvermittler) diesen Dialog anheizen. Weil Führungen mit größeren Gruppen derzeit nicht möglich sind, hat man sich alternativ dieses Konzept der 1:1-Betreuung ausgedacht. Jeder Besucher erhält ein Begleitheft mit erläuternden Texten. Neben einem Audioguide bietet die Museums-App, die man sich kostenlos herunterladen kann, zusätzlich kleine Videos zu den Werken.

Auch für Familien hat man alternative Angebote erdacht, weil die Räume der Museumspädagogik vorläufig noch genutzt werden dürfen. Es gibt Aktionshefte mit altersgerechter Erklärung und Mitmachangeboten. Den Do-it-yourself-Workshop gibt’s zum Mitnehmen. So kann man zu Hause beispielsweise mit Lebensmitteldruck experimentieren, inspiriert von den Wortbildern des amerikanischen Künstlers Ed Ruscha von 1970. Bei seinen gezeigten Siebdrucken experimentierte er erstmals mit Lebensmitteln anstatt Druckfarbe.

Man trifft auf bekannte Namen wie Penck, Polke und Richter, Prangenberg, Klauke oder Sherrie Levine, die Ende der 1990er Jahre für ihre Einzelausstellung im Schoss eine Serie mit versilberten Dreirädern für den Spiegelsaal geschaffen hat. „Das ist keine Highlight-Ausstellung“, erklärt Emslander. Die hebt man sich für 2021 auf, wenn das Museum Morsbroich seinen 70. Geburtstag feiert. Diesmal zog er eher thematische Linien auf den einzelnen Etagen.