Leverkusen: Mittelalterfest auf dem NaturGut Ophoven

Naturschutz : Mittelalterfest auf dem NaturGut Ophoven

Bis zu 3000 Menschen besuchten das Mittelalterfest des Fördervereins NaturGut.

Dass dort, wo jetzt ein nachhaltiges Leben und Naturschutz gelehrt wird, einst Ritter ein und aus ritten, davon ist heute nicht mehr viel zu sehen. Im frühen Mittelalter jedoch verkörperte die Wasserburg Ophoven die Zeit der Schwertkämpfe, Burgfräuleinen und Herrscher. Das und noch mehr feierte der Förderverein NaturGut am Sonntag in vielfältiger Art.

Bis zu 3000 Menschen liefen bei gut 20 Grad und Sonnenschein durch das Gelände. Kinder spielten und lachten, während sich Trödelfreunde auf die Suche nach einem kleinen Schatz machten und Eltern sich an unbekannten Gerichten aus Tchetschenien labten.

Obwohl das Mittelalterfest – das mit erstaunlich wenig Mittelalter auskam – noch recht jung ist, hat es sich bereits zum beliebstesten aller Feste des NaturGuts gemausert. Die wieder gelungene Mischung aus Trödel, Fair-Trade-Ständen, an denen zum Beispiel Wein verköstigt wurde, dem guten Essen in Verbindung mit vielen Aktionen rund um den Schutz der Natur, lockt die Menschen an.

Die ersten Frühaufsteher schländerten schon gegen 8.30 Uhr vorbei an den Ständen mit allerlei Krimskrams von den Dachböden der Stadt. Ein Anblick, über den sich Marieanne Ackermann in jedem Jahr aufs neue freut. Denn: „Trödel ist ja im Grunde auch Ressorcenschutz“, betonte die Vorsitzende des Vereins.

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Der feierte nicht nur die Wurzeln des Guts in der Vergangenheit, auch in der Neuzeit schreibt das Gut Geschichte. Im Mittelpunkt steht dabei wohl eine Kooperation, die es nun seit gut zehn Jahren gibt. Eine Erfolgsgeschichte, deren Ende noch lange nicht abzusehen ist.

Das Bienenprojekt der Gesamtschule Schlebusch ist zum Weltdekadeprojekt durch die Unesco gewählt worden.Es bringt Schüler dazu, sich mit der Natur und dem Insektenschutz zu beschäftigen. „Wir wollten ein Langzeitprojekt schaffen, das eben nicht nach einer Woche vorbei ist und großen Einfluss nimmt“, beschrieb Lehrer Reinhold Glüsenkamp. Seit nun also zehn Jahren geben die Schülern Bienen aller Art ein Zuhause, pflanzten im Stadtgebiet Bäume und Sträucher, die den Tieren als Nahrungsquelle dienen. Und obwohl die Schüler nach der achten Klasse ausscheiden, um Platz für die jüngeren Jahrgänge zu machen, bleiben viele noch weitere Jahre dabei, helfen freiwillig in den Sommerferien beim Bau einer Behausung auf dem Gut.

Ackermann überlickte zufrieden den Markt. Der Duft von Essen wehte um die Nase. Wenn es perfekt läuft, kann ihr Verein bis zu zehn neue Mitglieder begrüßen.