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Leverkusen: Mini-Park am Landratsamt wird wachgeküsst

Arbeiten in Opladen : Mini-Park am Landratsamt wird wachgeküsst

Jahrelang lag die Grünanlage neben dem heutigen Stadtarchiv (altes Landratsamt) im Dornröschenschlaf. Jetzt wird sie für 80.000 Euro saniert.

Wie romantisch: Ein Frühlingsabend im Jahr 1928, das erste Grün schmückt die Bäume, im Ziergarten entfaltet sich eine Blütenpracht, es weht ein laues Lüftchen. Und Landrat Peter Trimborn, seit Herbst 1927 im Amt, schlendert mit seiner Frau von der Veranda des Landratsamts in Opladen, gleichzeitig Wohnsitz der Familie, in den Garten und Park.

Ob sich die Abendschlenderei so zugetragen hat? Möglich wär’s. Denn damals war die Grünanlage noch größer, auch die Fläche, auf der seit den 1970ern das mittlerweile sanierungsbedürftige Verwaltungsgebäude Miselohestraße steht, gehörte dazu. Geblieben ist eine Mini-Parkanlage mit hohen Bäumen zwischen historischem Gebäude von 1914 und der Kreuzung Haus-Vorster-/Friedenberger Straße. In den vergangenen Jahren wirkte die Parkanlage ziemlich verschlafen. Im Herbst 2018 hatte Opladen Plus in der Bezirksvertretung II beantragt: Das Grün müsse aufgewertet werden. Dann zog die Wählergruppierung den Antrag zurück, weil die Stadt erläutert hatte: Im nächsten Frühjahr wollen wir dort ohnehin loslegen.

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Weil bis 2020 aber immer noch nichts passiert war, hakte Opladen Plus nach. „Bedauerlicherweise müssen wir heute feststellen, dass es bisher lediglich einen Rückschnitt gegeben hat. Daher bitten wir Sie, unseren Antrag erneut auf die Tagesordnung der dafür zuständigen Gremien zu setzen: Aufwertung Parkanlage am alten Landratsamt“, notierte Opladen Plus im Mai. „Die Verwaltung nimmt diese Maßnahme in das Sanierungsprogramm Grün und Parkanlagen mit auf und setzt diese im laufenden Kalenderjahr um.“

Denn der kleine Park friste „im wahrsten Sinn des Wortes ein Schattendasein“. Der das Areal erschließende Fußweg sei wenig gepflegt und für gehbehinderte Menschen nicht nutzbar. „Der Park ist von den anliegenden Straßen kaum einsehbar. Daher wird der Park auch nur wenig genutzt, da dieser insbesondere in den Abendstunden als Angstraum empfunden wird.“ OP Plus forderte eine zeitgemäße Beleuchtung, attraktivere Parkbänke, barrierefreie Parkeingänge.

Der Antrag wurde in der Juni-Sitzung für erledigt erklärt, denn die Stadt hatte zu dem Zeitpunkt selbst ein Beratungspapier für die Sanierung der Anlage präsentiert.

Jetzt legt das Grünflächenamt Hand an. Vor ein paar Tagen wurden Material und Baugerät angeliefert, Arbeiter haben die alte Natursteinmauer mit Gucklöchern gereinigt und frisch verfugt. Alte Fugen seien kaum noch vorhanden gewesen, sagt Manfred Witkowski vom städtischen Fachbereich Stadtgrün. „Der kleine Park ist ein Relikt der alten Gartenanlage, das wir wieder in Wert setzen wollen“, ergänzt er.

Zu Zeiten, als das ehemalige Finanzamt noch gegenüber gestanden habe, war die Anlage zur Straße hin „nur eine grüne Kulisse, eine grüne Wand, wies eine dichte Strauch- und Baumpflanzung auf, sodass sie von außen nicht mehr erlebbar war“. Jetzt werden Teile der schon zurückgeschnittenen Strauchpflanzung gerodet, „um einen Einblick in den Park und auf die imposante Natursteinmauer zu geben“, erläutert Wittowski.

Es sollen Rasenflächen gestaltet werden, die im Herbst mit Blumenzwiebelmischungen versehen werden, um die Grünflächen im Frühling und Sommer zu Blickfang werden zu lassen. „Zentraler Punkt der Sanierung ist die Wiederherstellung eines barrierefreien wassergebundenen Weges mit den charakteristischen seitlichen Natursteinkanten“, ergänzt der Fachmann. Dazu kommen zwei Sitzplatzbereiche. Rund 80.000 Euro steckt die Verwaltung in die Sanierung. Das Geld stammt aus dem Sanierungsprogramm „Parks und Grünfächen“, das die Stadt schon vor gut zehn Jahren initiierte.

Wenn in drei bis vier Wochen – so das Wetter denn mitspielt – der kleine Park wieder hergerichtet ist, passt er ins Bild, das Witowski von dem Areal zeichnet. Der Frankenberg, und da stimmt er mit Opladen Plus überein, „ist ein Filetstück von Opladen. Landratsamt, Villa Römer samt Kutscherhaus, Friedenberger Hof, alte Landwirtschaftsschule. Das alles sind wunderbare historische Gebäude.“ Das Parkrelikt, hergerichtet, ergänze da perfekt.