Leverkusen Mehr als 60 Kilo abgenommen - ein Erfahrungsbericht

Mehr als 60 Kilo abgenommen : Schwere Aufgabe erfolgreich angepackt

Unser Autor Tobias Krell hat im vergangenen Jahr mehr als 60 Kilogramm abgenommen. Ein Erfahrungsbericht.

Mehr als 60 Kilogramm. Das sind 240 Päckchen Butter, fünf Kartons H-Milch oder je nach Größe und Geschlecht ein ganzer Mensch. Und es ist ungefähr die Größenordnung, in der ich im Jahr 2018 abgenommen habe. Es wäre sicher die schönere Geschichte, wenn ich nun – so kurz nach dem Jahreswechsel – von einem guten Vorsatz aus der Silvesternacht berichten könnte, den ich in die Tat umgesetzt habe. Aber die Wahrheit ist: An Vorsätze habe ich vor einem Jahr gar nicht gedacht. Angepackt habe ich meine im wahrsten Sinne des Wortes schwere Aufgabe zwar schon – aber mehr als zwei Monate nach Neujahr, dafür aber gleich richtig.

Das Foto zeigt Tobias Krell im Mai 2017. Da ist sein Gesicht noch ziemlich pausbäckig. Foto: Tobias Krell

Den Impuls gab am 12. März ein von mir selbst verfasster Artikel über die Krankenkassen-Zuschüsse zu Vorsorge-Kursen. Das war alles andere als ein neues Thema, aber anders als vorher legte sich diesmal in meinem Kopf der sprichwörtliche Schalter um. Eine schnelle Recherche bei meiner Krankenkasse zeigte mir, dass empfohlene Ernährungs-Kurse in Leverkusen erst viele Wochen später starten sollten. Das dauerte mir zu lange und ich meldete mich spontan zu einem Angebot in Haan-Gruiten an, das schon am nächsten Tag beginnen sollte. Trotz der umständlichen Anreise habe ich diese Entscheidung nicht einen Moment bereut.

Acht Monate und eine Woche nach dem Start, bei dem ich erschreckende 147,7 Kilogramm auf die Waage brachte, konnte ich das anvisierte Ziel (85 Kilogramm) erstmals unterbieten. Die Geschwindigkeit erstaunte sogar meinen Arzt. Dass meine Ernährungsumstellung den gewünschten Erfolg bringen würde, allerdings nicht. Wer nun eine Zauberformel erwartet, den muss ich enttäuschen. Aber wie es gelingen kann, überzählige Kilos loszuwerden, verrate ich gerne.

Ich habe mich nicht heruntergehungert, sondern meine Ernährung unter Anleitung und Aufsicht eines erfahrenen Ernährungsmediziners ziemlich drastisch umgestellt. Vor allem habe ich die Kohlenhydrate deutlich reduziert, also nur ganz dosiert Nudeln, Kartoffeln, Reis oder Gebackenes in den Speiseplan eingebaut, auf Zucker (auch den in Früchten) sogar fast ganz verzichtet.

Und ich habe eine Menge über Ernährung gelernt, auch darüber, dass die weit verbreitete Annahme, für einen erwachsenen Mann wären 3000 oder sogar 3500 Kalorien am Tag angemessen, nur für Menschen zutrifft, die körperlich arbeiten. „Schreibtisch-Täter“ wie ich sollten sich – wenn sie nicht zunehmen wollen – bei einer Größe von 1,80 bis 1,85 Meter mit 1800 bis 2100 Kalorien zufrieden geben. Vorübergehend – während der Zeit des Abnehmens – habe ich mich sogar mit noch weniger begnügt. Und den anfänglichen Erfolg mit regelmäßigem Sport unterstützt. Seitdem ziehe ich normalerweise mindestens drei Stunden Bahnen in den Schwimmbädern in und um Leverkusen.

Auch für das Zelten im Oberbergischen, für Wochenenden in der Eifel oder Urlaub an der niederländischen Nordseeküste habe ich keine Pause eingelegt, sondern mir Schwimmbäder in der Nähe (in Lindlar, Schweich oder Bitburg beziehungsweise in Den Helder) gesucht. Das klingt vielleicht nach einer ziemlichen Quälerei. Aber tatsächlich war es gar nicht so schwer, nachdem der Anfang einmal gemacht war.

Vielleicht hätte ich es auch ganz alleine geschafft. Aber auf jeden Fall war der Zuspruch aus der Familie, von Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen ziemlich schnell sehr groß und hat mich in jedem Fall motiviert. Sogar die viel-gescholtenen Sozialen Medien haben sich (durch Kommentare und Zustimmung) als Quelle des Ansporns erwiesen.

Ich fühle mich nicht nur deutlich gesünder, sondern auch viel aktiver als noch im Februar. Und vielleicht überwinde ich sogar meine Abneigung gegen Vorsätze, wo ich doch jetzt weiß, wie gut Veränderung sein kann. Raum dafür, gibt es auch bei meinem gesünderen neuen Ich durchaus noch. Das Rauchen beispielsweise sollte ich dringend sein lassen oder mindestens deutlich reduzieren. Vielleicht wird das ja mein Vorsatz für 2019. Dass ich den Willen und die Ausdauer habe, so etwas zu schaffen, habe ich mir schließlich 2018 bewiesen...

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