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Leverkusen: Mann schraubt an Weihnachsmarktbude und muss vor Gericht

Verhandlung am Amtsgericht : Verdächtig: Mann schraubt nachts an Weihnachtsmarktbude

Leverkusen Angeklagten vor Gericht stehen nicht unter Eid. An die Wahrheit gebunden, sind sie somit nicht. Jedoch sollten sich die Beschuldigten genau überlegen, wie gut ihre Geschichte ist. Bei einer Verhandlung vor dem Amtsgericht in Opladen hielt ein 31-Jähriger jetzt an seiner unglaubwürdigen Version fest.

Laut Staatsanwaltschaft versuchte der Mann in der Nacht auf den 24. November 2018, in eine Verkaufsbude auf dem Christkindchenmarkt in Wiesdorf einzubrechen. Dafür schraubte er die hölzerne Abdeckung mit Hilfe eines Akkubohrers ab. Seine Tat konnte er nur nicht vollenden, da ihn ein Zeuge bemerkte. Der 31-Jährige ergriff die Flucht, wurde aber funden.

„Ich sag’s Ihnen ganz ehrlich“, sagte der Mann zur Richterin, „ich war an dem Tag rotzevoll.“ An einen großen Teil erinnere er sich dennoch, und er versicherte, er habe die Abdeckung nur festmachen wollen. Als er eine Schraube aus dem Holz stehen sah, schnappte er sich demnach seinen Akkubohrer und zurrte sie fest.

Neben dem Bohrer fand die Polizei laut der Richterin an der Bude eine Zange, eine Lampe und Schraubwerkzeug. „Das hört sich nach meinen Sachen an. Das ist das einzige Werkzeug, das ich besitze“, erläuterte der obdachlose Mann, der die Sachen nicht in der Unterkunft lassen wolle. Daher trage er sie immer bei sich, erläuterte er.

Dass aus der Abdeckung bis zu zehn Schrauben fehlten und vor der Bude auf dem Boden lagen, konnte er sich nicht erklären. Auch, dass die Lade auf dem Boden lag, blieb für den 31-Jährigen ein Rätsel. Der Knall dieser Lade machte einen Zeugen auf das Geschehen aufmerksam. Er berichtete, er ging in jener Nacht gerade nach Hause und dem Knall nach. Vor der Bude bemerkte er den Angeklagten, der, den Kopf gesenkt, auf einer Bank saß. Als er ihn auf die Sache ansprach, ergriff der Mann die Flucht. „Da sprang er plötzlich auf“, erzählte der Zeuge, der die Polizei rief.

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Die Beamten griffen den Mann unter einer Rolltreppe in den Luminaden auf. „Er war verbal sehr aggressiv“, betonte eine Polizistin vor Gericht. Ein Gespräch war nicht möglich. Der Angeklagte wirkte „dumpf“, schien alkoholisiert.

Dass das Rauschmittel eine Rolle im Leben des Mannes spielt, zeigte eine zweite Anklage gegen ihn. Demnach sperrte er sich gegen eine Festnahme am 6. Mai 2019. Dabei stand für das Gericht nach einer Aussage eines der betroffenen Beamten fest, dass er nach den Polizisten trat. Der 31 Jahre alte Beschuldigte hatte das verneint.

Der Staatsanwalt forderte für beide Taten eine Gesamtstrafe von 2700 Euro. Das Gericht blieb mit 1200 weit darunter.