Leverkusen: Mandolinen-Orchester Bayer lud zur Reise durch die Musikwelt.

Konzert in der Christuskirche : Vom Mandolinen-Orchester Bayer verzaubert

„Viva Italia“ hieß das Motto des Jahreskonzerts.

Eine Reise durch die Musikwelt Italiens hatte das Mandolinen-Orchester Bayer versprochen. Und es hielt Wort. Unter dem Titel „Viva Italia“ ertönte zum Auftakt des Jahreskonzertes eine Fantasie aus „La Traviata“, gefolgt von einem Medley aus Opernarien Giuseppe Verdis. Zu Beginn sehnsüchtig-hoffend im Piano steigerte sich das Orchester bis zum beschwingt-zuckersüßen Forte, so dass bei den Schlussakkorden selbst der Boden in der Christuskirche vibrierte.

 Fortgesetzt wurde der musikalische Vortrag mit romantischen und anspruchsvollen Kompositionen wie der schwärmerischen Träumerei „O mio babbino caro“ aus der Oper Gianni Schicchi. Vor der Pause ging es dramatisch weiter mit „Nessun dorma“ aus der Oper Turandot (beide Giacomo Puccini) sowie dem Stück „Aux Arenes“, in dem Paso-Doble-Tänzer einen Stierkampf imitieren. Dieses Werk stammte aus der Feder von Mario Maciocchi, einem Komponisten von Werken für Mandoline und Plektrum-Orchester im italienischen Lyrikstil und anerkannten französischen Romantiker vom Ende des 19. Jahrhunderts. Das überwiegend ältere Publikum in der vollbesetzten Christuskirche war regelrecht verzaubert.

Die Akteure hatten sich durch 24 Spieler des Orchesters „Musica Viva Freigericht“ aus Hessen verstärkt. Die grün-rot-weißen Tücher, die ältere und jüngere Musiker um den Hals trugen, markierten nicht etwa die Zugehörigkeit zum jeweiligen Orchester, sondern symbolisierten die italienischen Farben.

Jüngstes Mitglied des Gast-Ensembles war der erst zwölfjährige Gesamtschüler Fabio. Seit sieben Jahren lernt er das Gitarrenspiel, seit zwei Jahren spielt er im Orchester. „Es macht sehr viel Spaß, ich fühle mich hier wohl“, bekannte der Jugendliche, der enorme Unterstützung durch seine Mutter erhält. Kein Wunder, sie ist zugleich Dirigentin der Gruppe, die im Jahr 1965 unter dem Namen „Verein für Volksmusik Freigericht“ gegründet wurde und seit 1997 von Patrizia Tarantino-Langner geleitet wird.

In der Christuskirche führte sie den Taktstock abwechselnd mit Detlef Tewes, dem künstlerischen Leiter des gastgebenden Orchesters, das bereits seit 1921 existiert. Speziell seit der Mandolinen-Virtuose Tewes im Jahr 1991 die Leitung übernahm, steht das Ensemble für professionelle Interpretation von Musik jeden Genres, vermischt mit rheinischem Frohsinn und viel Spaß am Musizieren. Bei Orchesterwettbewerben konnte es bislang mehrere Preise einheimsen.