Leverkusen: Malerei und Specksteinarbeiten zum Thema Kunst und Natur im Schlebuscher Spektrum.

Malerei und Specksteinarbeiten zum Thema Kunst und Natur : Über den Wolken und unter Dickhäutern

Malerei und Specksteinarbeiten zum Thema Kunst und Natur sind ab Samstag in einer neuen Schau im Schlebuscher Spektrum zu sehen.

Sie gehören zu den „Jüngeren“ im Spektrum und stellen nun erstmals gemeinsam in der Galerie aus. Jung jedenfalls, was ihre Mitgliedschaft angeht, Ulrike Tartler ist 2015 beigetreten, Brigitta Ringel erst zwei Jahre später. Neben den beiden Malerinnen rückt Ingrid Wigger ihren Tisch etwas ab, wenn sich die kleine Gruppe jeden Donnerstag zum gemeinsamen Arbeiten im Spektrum-Atelier trifft. Aus Rücksicht auf die entstehenden Werke der Kolleginnen, denn bei ihr staubt es naturgemäß, wenn sie dem Speckstein mit Feile und Schmirgelpapieren zu Leibe rückt.

Die Bildhauerin hat sich auf das vergleichsweise weiche Material spezialisiert, das sich ohne allzu großen Kraftaufwand formen lässt. Allerdings nicht immer so, wie sie es sich vorgestellt hatte. Denn auch der Speckstein hat sein Eigenleben, dem sich ein Künstler bei der Bearbeitung fügen muss. Ingrid Wigger arbeitet vorzugsweise figürlich, hat Muscheln oder Tiere geformt wie zum Beispiel Elefanten, die besonders gut zu drei Bildern von Brigitta Ringel passen und bei der Ausstellung in diesem Umfeld aufgestellt werden sollen.

Die Malerin, die derzeit noch eine Ausbildung in der Eloba-Malschule absolviert, vergleicht sich selbst mit einem Elefanten. Auch sie vergesse nichts, versichert sie. Ob das der Grund war, sich mit diesem Motiv zu beschäftigen? Jedenfalls war sie von den runzligen Gesichtern der Dickhäuter so fasziniert, das sie diese in Pastelltechnik abbildete. Geliebt, weil sich die pudrige Farbe wie beim Schminken mit dem Finger in die Poren des Papiers einmassieren lässt. Und weil ihr Sternzeichen Fische sind entwarf sie auch einen Fisch mit Rüssel. Vor allem überwiegen die Landschaften in dieser Schau, die auch im Titel eine Verbindung von Kunst und Natur schafft. Sehr wohl doppeldeutig zu verstehen als Gegenpol von künstlich und natürlich, vor allem aber verstanden als künstlerische Wahrnehmung der Natur in allen Facetten. Dazu gehören Tiere und Menschen, zum Beispiel die Hände eines Kontrabassisten in Kohle, genauso wie Bäume, Blumen, Felder, Seen oder die faszinierenden Wolkenspiele, die Ringel in Pastell wiedergab oder in kleinen Aquarellen.

„Ich tu mich schwer mit abstrakten Bildern“, sagt Ulrike Tartler als müsse sie sich für ihr akribisch genauen und detailversessenen Blumenbilder entschuldigen. Und so zeigt sie mehrere Leinwände, auf denen sie bewusst von allzu naturalistischer Darstellung Abstand genommen, Konturen und Formen aufgelöst hat, um freier und großzügiger zu werden. Sie experimentiert gerne in verschiedenen Techniken und arbeitet geknitterte Papierchen oder Sand mit der Acrylfarbe ein, um Strukturen zu erhalten.

Ingrid Wigger, die wie sie Schülerin von Klaus Gollan ist, hat sie als Gast zu dieser Ausstellung eingeladen. „Ich liebe das Abstrakte“, sagt diese und zeigt auf die verschwenderisch aufgespachtelten und ausgemalten Farbflächen, die sich wie ein leicht verschwommener Blütenmix über die Leinwand ergießen. Ein solches Motiv könnte man sich durchaus als Stoffmuster vorstellen, wie sie Ingrid Wigger in ihrem Beruf als Textildesignerin entworfen hat.

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