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Leverkusen: „Macht die Sportplätze wieder auf“

Leverkusener Netzwerk Kinderarmut : „Macht die Sportplätze wieder auf“

Das Netzwerk Kinderarmut fürchtet um die Gesundheit der Kinder, weil sie durch den zweiten Lockdown mit geschlossenen Sportplätzen kaum Möglichkeit zur Bewegung haben. Der SSV Alkenrath hat ein Konzept entwickelt, mit dem es doch klappen könnte.

Ausreichend Bewegung ist für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen wichtig. Die ist durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht immer gegeben. Das Netzwerk Kinderarmut sieht die Kinder dadurch einer besonderen Belastung ausgesetzt. „Nach dem ersten Lockdown waren viele Kinder verunsichert. Sie wussten nicht, was sie dürfen und was nicht“, beschreibt Rüdiger Porsch vom Haus der Jugend in Quettingen die Rückkehr der Kinder in die Einrichtung.

Daher ist das Netzwerk Kinderarmut im Austausch mit Michael Küppers, Jugendhilfeplaner der Stadt, auf der Suche nach mobilen Angeboten und Konzepten, die Bewegung zurückzubringen. Digitale Angebote seien für den Moment zwar eine Übergangslösung, sie bergen jedoch auch Gefahren. „Die Kinder sollen nicht vollends durch exzessiven Medienkonsum in die virtuelle Welt abdriften. Sonst wird es schwer, sie zu erreichen“, sagt Reiner Hilken vom Netzwerk Kinderarmut.

Ein Konzept, Sportangebote kontaktlos im Freien anzubieten, hat der SSV Alkenrath erarbeitet. Das Spielfeld werde in vier Bereiche aufgeteilt, in jedem trainiere eine Kleingruppe. „Der Trainer loggt sich und die Teilnehmer mit ihren Kontaktdaten in eine App ein und am Ende wieder aus“, erläutert Vereinsvorsitzender Frank Just. So sei jeder erfasst, der sich auf dem Gelände aufhalte. Das Verlassen würde über einen separaten Ausgang laufen, damit die Gruppen nicht denen begegnen, die als nächste am Eingang warten.

Ein Konzept, was nicht nur für die Mannschaften des SSV Alkenrath tauge, sondern auch Möglichkeiten für Sportangebote in den Jugendeinrichtungen bietet. „Dafür bräuchte man aber viele ehrenamtliche Trainer“, merkt Just an. Der Entwurf werde Stadtverwaltung und Gesundheitsamt vorgelegt, bestätigt Küppers. Natürlich soll alles im Rahmen der Corona-Schutzverordnung ablaufen, doch den aktuellen Vorgaben des Landes widerspreche das Konzept. Die Macher hoffen auf eine Änderung der Regeln, damit ihr Konzept greifen kann.

Auch Ulrich Bornewasser, Vertreter des Chemparks, unterstützt das Netzwerk und fordert: „Macht die Sportplätze wieder auf.“