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Leverkusen: Lotti Krekel singt Weihnachtslieder auf der Palliativstation im Klinikum.

Im Klinikum : Lotti Krekel singt auf der Palliativstation

Die Sängerin (78) war auf der Palliativstation im Klinikum zu Gast. Sie sang gemeinsam mit den Patienten, Pflegekräften und Angehörigen.

Der Raum ist gut gefüllt, die Menschen unterhalten sich bei Kaffee und Kuchen. Der Ofen summt, die Bratäpfel sind fertig. Alles ist vorbereitet, und die Vorfreude auf den Höhepunkt der diesjährigen Weihnachtsfeier in der Palliativstation des Klinikum Leverkusen ist groß.

Was macht eigentlich Lotti Krekel? Sie singt. Als „Stargast“ besuchte sie die Weihnachtsfeier im Klinikum. Die Patienten  kennen die Sängerin und Schauspielerin von früher, erzählt Pflegekraft Katja Rey-Pauly. Dementsprechend groß war die Begeisterung, als sie vom Besuch der 78-Jährigen erfuhren.

Zunächst stimmte Musiktherapeutin Susanne Gratz die Patienten und Angehörigen mit einem Lied auf die Feier ein. Dann betrat Krekel unter Applaus der rund fünfzig Gäste den Raum. Die Schauspielerin ergriff das Wort und ließ das Publikum mit Anekdoten aus der Weihnachtszeit, in alten Erinnerungen schwelgen. Krekel sagte, sie könne die Leute, die dem Weihnachtsrummel entfliehen wollten, nicht verstehen. Für sie gäbe es nichts Schöneres als die Lichter und den Duft von Spekulatius zur Weihnachtszeit. Anschließend sang die Kölnerin Weihnachtslieder und las eine Weihnachtsgeschichte vor.

Jedes Jahr veranstaltet die Palliativstation des Klinikum Leverkusens eine Weihnachtsfeier, zu der auch Angehörige, ehrenamtliche Helfer und Patienten aus anderen Stationen eingeladen werden, berichtet die leitende Oberärztin Andrea Heider. Zusammen mit der Stationsleitung Elke Merges hat sie die Weihnachtsfeier organisiert. Bei der Planung kam den beiden Frauen die Idee, die Feier musikalisch zu begleiten. Die Oberärztin rief Lotti Krekel an. Die Sängerin ist eine gute Freundin der Medizinerin und sagte sofort zu. Besonders freut sich Heider für ihre Patienten, da es für sie eine schöne Abwechslung ist. Auf diese Weise könnten sie zur Weihnachtszeit auf andere Gedanken kommen und den Augenblick genießen, ohne an ihre Krankheiten zu denken.

Dorothée Strauch, die nach fünf Wochen gerade erst entlassen wurde, erlebte die Weihnachtsfeier auf der Station zum ersten Mal. Sie ist begeistert von der tollen Atmosphäre und dem herzlichen Miteinander. Sie freute sich besonders über den Besuch von Krekel – „eine tolle Persönlichkeit ist, die ich ja aus alten Zeiten kenne“, sagt sie.

Auf ihre Zeit als Patientin auf der Station schaut Strauch trotz schwieriger Momente gerne zurück. Diese Phase gab ihr sehr viel und werde sie auch in Zukunft tragen. Das offene Miteinander und die ähnlichen Schicksalsschläge dieser Menschen lasse die Patienten zusammenwachsen, berichtet Strauch von ihren Erfahrungen. Sie ist froh, so kurz vor der Weihnachtszeit eine neue Familie gefunden zu haben.