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Leverkusen: Lokalhistoriker Rolf Müller ist verstorben

Zum Tod von Rolf Müller : Historiker mit großer Heimatliebe

Er schrieb unter anderem die Opladener Stadtchronik und forschte intensiv zur regionalen und lokalen Geschichte. Das brachte ihm diverse Auszeichnungen ein. Nun ist Rolf Müller im Alter von 94 Jahren gestorben.

Heimatgeschichte erzählt viele faszinierende Geschichten. Zu jedem Zeitpunkt haben die großen Räder der Weltgeschichte auch im Kleinen ihre Spuren Hinterlassen. Ihnen hinterherzuspüren war die Leidenschaft von Rolf Müller, der – wie jetzt bekannt wurde – am 20. April im Alter von 94 Jahren gestorben ist.

Müller erforschte mit Akribie und Hingabe Lokalhistorie. Am 31. Dezember 1925 in Troisdorf geboren, galt sein Interesse zunächst seiner Heimatgemeinde und dem benachbarten Siegburg. Seine Denkschrift über die historische Entwicklung Troisdorfs lag 1952 gar dem Antrag zur Stadtwerdung zugrunde.

Rolf Müller Foto: Miserius, Uwe (umi)

Als junger Mann studierte Müller Anglistik und Geschichte in Bonn. Nach Opladen kam er zum ersten Mal während seiner Ausbildung als Studienreferendar. Nach dem Assessor-Examen wurde er in Opladen sesshaft, wo er als Lehrer am Landrat-Lucas- und später bis zur Pensionierung am Werner-Heisenberg-Gymnasium unterrichtete.

Seit Müller in Opladen lebte, konzentrierten sich seine Forschungen auf den Raum Opladen, Leverkusen, das Bergische Land und das Rheinland. Sein Werk ist umfangreich. So veröffentlichte er 1974 die Stadtchronik von Opladen unter dem Titel „Upladhin“. Sie war die erste zusammenfassende Geschichtsdarstellung des Stadtteils. Das Buch wurde zu einem Bestseller in Opladen.

An jüdisches Leben zu erinnern war Müller schon in den 1960er Jahren ein Anliegen. Er gab die Anregung für einen Gedenkstein in Opladen und veröffentlichte unter anderem 1988 die Publikation „Juden in der Geschichte der Stadt Leverkusen“. Das Modell der Opladener Synagoge ging ebenfalls auf eine Initiative Müllers zurück.

Er hat in seiner langen Lebenszeit in unterschiedlichsten Funktionen Einfluss auf die historische Arbeit in Leverkusen genommen. Seit 1958 gehörte er dem Bergischen Geschichtsverein an, mehr als 25 Jahre war er stellvertretender Vorsitzender der Abteilung Leverkusen-Niederwupper. Hier galt sein besonderes Interesse der Zeitschrift „Niederwupper“, die er zwischen 1978 und 1996 als Redakteur betreute. Die Arbeit der Stadtgeschichtlichen Vereinigung Leverkusen trägt ebenso seine Handschrift. Er war 1985 ihr Gründer und führte bis 2006 den Vorsitz. Auch die Gründung des Fördervereins Freudenthaler Sensenhammer im Jahr 1991 und damit die Rettung des Sensenhammers als Industriedenkmal geht zu einem großen Teil auf Müller zurück.

Er war darüber hinaus lange Jahre stellvertretender Vorsitzender des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Opladen. Bereits 1982 regte er an, eine stadtgeschichtliche Dauerausstellung aufzubauen. Dass dies schließlich gelang, ist zu einem großen Teil der Beharrlichkeit und Arbeit Müllers zu verdanken: Er gab die Impulse und blieb hartnäckig an diesem Thema, bis 2011 endlich durch die gemeinsame Anstrengung der drei Geschichtsvereine in Verbindung mit dem Stadtarchiv die ständige Ausstellung „ZeitRäume Leverkusen“ im Haus der Stadtgeschichte „Villa Römer“ eröffnet werden konnte.

In Anerkennung seines Wirkens für die Stadtgeschichte hatte die Stadt Leverkusen Rolf Müller 2005 den Ehrenring verliehen.