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Leverkusen Leichlingen Wupsi will ganz auf Elektrobusse umsteigen

Öffentlicher Nahverkehr : Wupsi will ganz auf Elektrobusse umsteigen

Die ersten zehn E-Busse sollen im Jahr 2022 an den Start gehen. Zunächst batteriebetriebene, später aber auch solche mit Brennstoffzelle. „Es wird zwölf oder 13 Jahre dauern, bis der komplette Umstieg auf Elektromobilität geschafft ist und alle unsere 160 Busse ersetzt sind“, sagt Wupsi-Geschäftsführer Marc Kretkowski.

Lautlos ist er nicht, aber deutlich leiser als ein Dieselbus: Die Wupsi testet zurzeit eine Woche lang einen batteriebetriebenen Elektrobus auf verschiedenen Linien. „Die Fahrer sind begeistert“, berichtet Wupsi-Geschäftsführer Marc Kretkowski. Und Busfahrer Waldemar Schütz (54) bestätigt: „Die ganzen Motorgeräusche fallen weg. Außerdem kommt keine Wärme mehr vom Motor in den Innenraum.“

Ab dem Jahr 2022 will das Verkehrsunternehmen, das der Stadt Leverkusen und dem Rheinisch-Bergischen Kreis jeweils zur Hälfte gehört, nur noch emissionsfreie Fahrzeuge anschaffen. Dies haben Aufsichtsrat und Gesellschafter am Donnerstag beschlossen, Stadtrat und Kreistag müssen im August noch zustimmen. „Wir wollen zunächst mit zehn Fahrzeugen starten und diese auf der Linie 222, der ,grünen Linie’, einsetzen“, kündigt Kretkowski an. Sie verbinde Leverkusen und den Rheinisch-Bergischen Kreis, außerdem befänden sich entlang der Strecke auch Luft-Messstationen. „Da können wir dann sehen, inwieweit sich Elektrobusse auf die Luftqualität auswirken.“

Rund 7,8 Millionen Euro werden die zehn Busse inklusive neuer Ladestationen und Stromleitung kosten, in Kürze soll die europaweite Ausschreibung starten. „60 bis 80 Prozent der Summe werden gefördert“, sagt der Wupsi-Geschäftsführer. Damit blieben pro Jahr 260.000 Euro Mehrkosten für den Betrieb der Linie übrig. Bis 2024 sollen 30 weitere Elektrobusse hinzukommen.

„Es wird 12 oder 13 Jahre dauern, bis der komplette Umstieg auf Elektromobilität geschafft ist und alle unsere 160 Busse ersetzt sind.“ Mit dann 4,7 Millionen Euro Mehrkosten im Jahr – nach heutigem Stand. „Wenn noch mehr Unternehmen und Gemeinden den Schritt zur E-Mobilität wagen, entsteht ein Markt. Dann könnten die Busse auch günstiger werden“, erklärt Landrat Stephan Santelmann.

Rund 650.000 Euro sind für einen Elektrobus – ohne Fördermittel – zu veranschlagen. „Damit ist er doppelt so teuer wie ein Dieselbus“, berichtet Kretkowski. Die Batterien seien der Preistreiber. In dem zurzeit getesteten eCitaro von Mercedes-Benz befänden sich zehn Stück: vier im „Kofferraum“ und sechs im Dach.

„Sie haben eine Lebensdauer von acht Jahren und müssen dann ausgetauscht werden“, erklärt der Wupsi-Geschäftsführer. Grundsätzlich seien Busse rund 13 Jahre im Linienbetrieb und würden dann für andere Einsätze verkauft.

Die Entscheidung für zunächst batteriebetriebene Busse und nicht für solche mit Brennstoffzelle sei aufgrund der finanziellen Auswirkungen getroffen worden. Die Wupsi habe die Firma Ebusplan beauftragt, alternative Antriebsarten zu prüfen. Demnach wären Wasserstoff-Busse erheblich teurer.

Nichtsdestotrotz sei man weiterhin mit der Energieversorgung Leverkusen (EVL), der Avea und Betrieben im Chempark im Gespräch, ob sich Wasserstoff in Leverkusen nicht auch günstiger beziehen lasse, berichtet Oberbürgermeister Uwe Richrath. Der richtige Mix sei für den öffentlichen Nahverkehr wichtig. „Leverkusens Luft ist durch die Autobahnen extrem belastet“, sagt Richrath. „Der Umstieg auf Elektromobilität ist jetzt ein Prädikat, das uns auszeichnet.“