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Leverkusen Leichlingen: Weniger Temposünder auf A1 bei Burscheid

Blitzer-Bilanz 2020 : Weniger Temposünder auf der A 1

Im vergangenen Jahr hat die Blitzeranlage zwischen Burscheid und Leverkusen gut 20 Prozent weniger Temposünder registriert als üblich. Grund: die Pandemie. Trotzdem verzeichnet der Rheinisch-Bergische Kreis höhere Einnahmen.

Seit drei Jahren sorgt die Blitzeranlage des Rheinisch-Bergischen Kreises auf der A 1 in Burscheid, nahe der Stadtgrenze zu Leverkusen – geblitzt wird in Richtung Leverkusen – dafür, dass Temposünder nicht mehr ohne Konsequenzen davonkommen. Seit 2018 ist die Anzahl der Geschwindigkeitsverstöße auf der Strecke jährlich gestiegen. 2020 wurden aber erstmals weniger Überschreitungen gemeldet. Grund ist unter anderem die Corona-Pandemie.

„2020 war ein geringeres Verkehrsaufkommen zu registrieren“, sagt Kreissprecherin Hannah Weisgerber. Im vergangenen Jahr hat es unter anderem aus diesem Grund mit etwa 225.000 Geschwindigkeitsverstößen gut 20 Prozent weniger Temposünder gegeben als noch 2019 (285.000). 2018 waren 230.000 Temposünder der Aufmerksamkeit der Anlage nicht entgangen. Anders ausgedrückt: Für 2020 und 2018 liegt die Verstoßquote bei etwa 1,8 Prozent, 2019 war sie mit 2,2 Prozent in den vergangenen drei Jahren am höchsten. Apropos hoch: Die schnellste erfasste Geschwindigkeit lag im vergangenen Jahr bei nürburgringverdächtigen 240 Stundenkilometern — erlaubt sind auf dem Teilstück 100.

Insgesamt wurden seit 2017 rund 930.000 Tempoverstöße registriert, sagt der Kreis. „Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Überwachung zunächst nur einige Stunden täglich lief“, sagt Weisgerber. Zwischen Juli 2017 und November 2019 habe die Anlage außerdem wegen einer Baustelle mit nur einer Kamera geblitzt — mittlerweile gebe es drei Kameras. Ausfälle der Anlage, etwa durch technische Probleme oder Baustellen, habe es bisher nicht gegeben.

Eingerichtet wurde die „Blitze“ im Januar 2017 vor allem, um der Vielzahl schwerer und oftmals tödlicher Unfälle auf der Strecke entgegenzuwirken. Das hat laut einer Sprecherin der Polizei bisher gut funktioniert: Insgesamt habe die Anlage ihren Zweck gut erfüllt. So habe es 2017 noch 40 Unfälle mit zwei tödlich Verunglückten und neun Schwerverletzten gegeben, 2019 lag die Zahl der Unfälle bei 30 – mit zwölf Schwerverletzten und keinem Toten. Auch im vergangenen Jahr ist die Zahl der Unfälle auf der Strecke noch einmal gesunken: 2020 gab es 21 Unfälle mit einer tödlich verunglückten Person und drei Schwerverletzten. Allerdings: Auch hier spielt die Pandemie hinein: Wegen der Corona-Krise habe es generell weniger Verkehr gegeben, sagt die Sprecherin.

Weniger Unfälle, weniger Verstöße – aber die Blitzeranlage hat 2020 dem Kreis mehr Einnahmen beschert: mehr als neun Millionen Euro flossen in den Finanzhaushalt – fast viereinhalb Millionen Euro mehr als 2019 (5,4 Millionen), vier Millionen mehr als 2018 (4,9 Millionen) und etwa sieben Millionen Euro mehr als 2017 (1,7 Millionen). „Obwohl die Verstoß-Quote 2020 leicht gesunken ist, sind die Einnahmen gestiegen“, sagt Hannah Weisgerber. Das liege daran, dass im vergangenen Jahr mehr Bußgelder als Verwarngelder verhängt wurden. „Diese ziehen natürlich deutlich höhere Strafen nach sich.“ Außerdem werde seit 2019 mit drei anstelle mit einer Kamera geblitzt.

Der Kreis hat auch das Personal aufgestockt: Seit 2019 arbeiten 20 Mitarbeiter im Bereich Radar. Diese bearbeiten unter anderem auch die Einsprüche gegen verhängte Verwarn- und Bußgelder. 2020 hat es davon etwa 3500 gegeben. Wegen der Pandemie wurden aber einige Mitarbeiter zeitweise ins Lagezentrum des Gesundheitsamtes entsendet. Das habe zu Verzögerungen geführt, räumt Hannah Weisgerber ein.