Leverkusen: Lebenshilfe weiht neue Wohnstätte in Lützenkichen ein

Lützenkirchen : Ein neues Zuhause für 24 Menschen

Die Lebenshilfe weihte jetzt ein Wohnangebot für Menschen mit Behinderung ein. Bewohnt ist es schon. Der Weg bis zum Bau war steinig.

Fast ein Jahr ist die neue Einrichtung der Lebenshilfe im Weiherfeld 1 schon bewohnt. Insgesamt 24 Menschen mit geistiger Behinderung haben dort ein neues Zuhause gefunden. Jetzt wurde im Rahmen eines Sommerfestes auch offizielle Einweihung gefeiert.

Bis der Umzug im Vorjahr letztlich realisiert werden konnte, hatten sich Planungen und Genehmigungsverfahren mit verschiedenen Behörden, unter anderem dem Landschaftsverband Rheinland, über insgesamt neun Jahre hingezogen. Daran erinnerte Eva Lux, Leverkusener Bürgermeisterin und Vorsitzende der Lebenshilfe, in ihrer Ansprache: „Es gab insgesamt 13 Entwürfe“, sagte sie und ergänzte: „Wir wussten, dass es schwer werden würde, in Leverkusen ein geeignetes Baugrundstück oder eine Immobilie zu finden. Aber dass es so schwierig werden würde, haben wir nicht gedacht.“

Die Mühe dürften trotz des steinigen Weges längst vergessen sein. Schließlich erfüllen die Neubauten  – bei denen die Farben Rot, Weiß und helles Grau dominieren und die durch Architekt Wolfgang Buntenbach auf einem insgesamt 1971 Quadratmeter großen Grundstück errichtet wurden  – alle Anforderungen an moderne Standards. Sie sind durch ein Treppenhaus miteinander verbunden. Ein Dach ist begrünt, das andere mit Photovoltaik-Anlage ausgerüstet. Im Haupthaus gibt es, verteilt auf zwei Etagen, vier Wohngruppen für 24 Erwachsene, davon 22 für Rollstuhlfahrer. Die Räume sind individuell an die Bedürfnisse der Bewohner angepasst sowie mit Anschlüssen für Telefon und Fernsehgerät ausgestattet.

Geschäftsführer Jürgen Ostermann sagte: „Die Zimmer sind ein Kompromiss zwischen Wohnen und Bedarf der Menschen.“ Im Erdgeschoss des zweiten Gebäudes stehen Küche und ein etwa 100 Quadratmeter großer Mehrzweckraum vor allem für die Tagesbeschäftigung von Senioren zur Verfügung. Im Obergeschoss haben sich Uwe und Anke, ein Paar mit Behinderung, in einer 70 Quadratmeter großen Wohngemeinschaft gemütlich eingerichtet.

Über Terrassen führen die Wege in den Garten. Nicht zuletzt wegen der vielen Außenflächen dürfte wohl niemand das vorherige Domizil in Manfort vermissen. Der Umzug nach Lützenkirchen – das Stadtteilzentrum ist knapp 400 Meter entfernt  – war notwendig geworden, um dringend anstehende Umbau- und Sanierungsmaßnahmen in der Stegerwaldstraße 4 erledigen zu können. Sobald dort die Bauarbeiten abgeschlossen sind, entfällt der Standort Dhünnstraße. Jürgen Ostermann: „Die Einrichtung in Lützenkirchen ist kein zusätzliches Angebot. Sondern wir haben nur umverteilt.“

Nachbarn waren anfangs skeptisch und bangten um ihre Parkplätze. Inzwischen wurden neun Parkplätze für rund zehn Mitarbeiter geschaffen,  und die Lage in der Straße hat sich wieder beruhigt. Ostermann versicherte bei der Einweihungsfeier am Samstag: „Wir wollen ein gutes Miteinander.“ Auch deshalb waren die Nachbarn zum Fest eingeladen.

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