Spatenstich in Leverkusen Lanxess und Land starten Pilotprojekt

Leverkusen/Köln · Genehmigungsverfahren sollen schneller abgewickelt, der Wirtschaftsstandort so gestärkt werden.

 Thomas Hellmich (l.) von Lanxess erklärt Andreas Pinkwart, Wirtschaftsminister des Landes NRW, wo das neue Gebäude gebaut wird.

Thomas Hellmich (l.) von Lanxess erklärt Andreas Pinkwart, Wirtschaftsminister des Landes NRW, wo das neue Gebäude gebaut wird.

Foto: Miserius, Uwe (umi)

(cebu) Genehmigungen für den Neubau oder die Erweiterung von Produktionsanlagen könnten künftig wesentlich schneller erfolgen als bisher: Das zeigt ein gemeinsames Pilotprojekt des Spezialchemie-Konzerns Lanxess, des Wirtschaftsministeriums Nordrhein-Westfalen und der Bezirksregierung Köln. Der Prozess von der Investitionsentscheidung bei Lanxess für den Umbau einer Produktions-Anlage am Standort Leverkusen bis zur Genehmigung durch die Bezirksregierung dauerte nur zwölf Monate. In der Vergangenheit hatten vergleichbare Projekte eine Laufzeit von rund 20 Monaten.

Das Projekt wurde im Rahmen des sogenannten Entfesselungspakets des NRW-Wirtschaftsministeriums gestartet. Deren dritte Stufe hatte Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes, im September 2018 vorgestellt. Schwerpunkte sind vereinfachte Planungen und schnellere Genehmigungsverfahren für den NRW-Wirtschaftsstandort.

„Die Mitarbeiter der Bezirksregierung Köln und bei Lanxess haben einen wichtigen Beitrag zu einer neuen Willkommenskultur für die Industrie in Nordrhein-Westfalen geleistet“, sagte Pinkwart. Jetzt müsse es darum gehen, die Erfahrungen und Ergebnisse des Modellversuchs auf die anderen Bezirksregierungen in Arnsberg, Detmold, Düsseldorf und Münster zu übertragen. „Aber auch die Unternehmen im Lande sind gefordert, ähnlich wie Lanxess die internen Abläufe bei solchen Verfahren zu optimieren.“

„Schlanke und unkomplizierte Genehmigungsabläufe sind von entscheidender Bedeutung, um an unseren Niederrhein-Standorten auch zukünftig wettbewerbsfähig zu bleiben. Mit dem gemeinsamen Pilotprojekt haben wir einen wichtigen Schritt in diese Richtung getan. Das kann der gesamten Industrie in Nordrhein-Westfalen zugutekommen, sofern die gewonnenen Erkenntnisse jetzt auch flächendeckend umgesetzt werden“, sagte Matthias Zachert, Vorstandsvorsitzender der Lanxess AG.

Um den gesamten Prozess bis zur Genehmigung zu beschleunigen, haben die Beteiligten an vielen Stellschrauben gedreht: Prozesse, die bislang nacheinander erfolgten, wie etwa die Vollständigkeitsprüfung der Antragsunterlagen und die Beteiligung anderer Behörden, liefen diesmal parallel. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, dass der Prozess von der Investitionsentscheidung bis zur Betriebsgenehmigung der Anlage insgesamt acht Monate kürzer war als bisher.

Lanxess investiert einen mittleren einstelligen Millionenbetrag in den Umbau seiner Fluorsulfonsäure-Anlage am Standort Leverkusen. Die Inbetriebnahme der neuen Anlage ist für Anfang 2020 geplant.