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Leverkusen: Lanxess mit „steinharter Bilanz“ im zweiten Quartal

Wirtschaft in Leverkusen : Lanxess mit „steinharter Bilanz“

Corona streift auch den Konzern. In Leverkusen sind 140 Mitarbeiter in Kurzarbeit. In Leverkusen steht eine Produktionsanlage für Ionenaustauscher für die Wasseraufbereitung. Dieser Bereich soll um eine weitere Anlage ergänzt werden – nur der Standort steht noch nicht fest.

Opportunitäten wahrnehmen, die sich in der Krise auftun: Matthias Zachert umschreibt am Donnerstag sehr fein, dass Lanxess Ausschau hält nach Zukäufen. „Nicht nur im Millionenbereich, auch größere Beträge“, kündigt der Lanxess-Chef an. Der Spezialchemiekonzern wolle aber nicht aggressiv, sondern konservativ vorgehen. Der Manager klingt bei der Bilanzvorstellung zum zweiten Quartal sachlich-positiv. Der Konzernumbau zahle sich aus, sagt er. „Trotz der Corona-Krise hält sich Lanxess robust.“ Das Köln-Leverkusener Unternehmen zeige sich krisenfester als vor elf Jahren, dabei sei Corona „härter als Lehman in 2009“. Damals sei Lanxess stärker von der volatilen Automobilindustrie abhängig gewesen, nun gebe es ein ausgeglicheneres Portfolio. „Wir haben jetzt eine steinharte Bilanz mit hoher Liquidität.“

Dennoch: Der Konzern spürt die Pandemie. Am Standort Leverkusen wie an anderen deutschen Standorten gibt es in den Bereichen, die der Autoindustrie zuliefern, Kurzarbeit. Zachert spricht von 600 betroffenen Mitarbeitern, davon rund 140 in Leverkusen in einem Lederbetrieb.

Leder ist ein Stichwort: In die Nacht zu Donnerstag hat Lanxess mit der Firma TFL Verträge zum Verkauf des Bereichs Lederchemikalien unterzeichnet, um sich ein Stück weiter aus der Abhängigkeit der Automobilindustrie zu lösen. Kaufpreis fix: 80 Mio. Euro. Dazu komme ein erfolgsabhängiger Anteil bis zu 115 Mio. Euro und die Übernahme von Verbindlichkeiten in Höhe von 25 Mio. Euro.

Während Geschäftsbereiche wie Engineering Materials und Additives unter der Krise in der Auto- und der Luftfahrt leiden, entwickelt sich das Segment Consumer Protection zum Bilanz-Treiber. Das Flächen-Desinfektionsmittel Rely-on Virkon werde weltweit nachgefragt. „Eine Studie belegt: Virkon tötet das Virus innerhalb von 60 Sekunden nach Aufbringen.“ Lanxess habe das vor Schulstart an den NRW-Standorten zur Verfügung gestellt.

Apropos Standort: In Leverkusen steht eine Produktionsanlage für Ionenaustauscher für die Wasseraufbereitung. Den Bereich will der Konzern ausbauen mittels weiterer Anlage. Nur, ob die in Europa, Asien oder Amerika stehen wird, ist noch offen. Hat Leverkusen Chancen? Zachert: „Wir müssen die Standortanalyse abschließen. Ich will nichts ausschließen, aber es spricht viel für Amerika oder China. Andererseits ist Leverkusen unser Flagschiffbetrieb.“

Zweites Quartal: Umsatz: 1,4 Mrd. Euro (-17 Prozent), Ebitda (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen) 224 Mio. (-20), Konzernergebnis 803 Mio. Euro (Vorjahr: 96 Mio., Anstieg durch Verkauf der Currenta-Anteile). Jahresprognose zwischen 800 und 900 Mio. Euro.