Leverkusen: Lanxess macht Rekord-Gewinn

Köln/Leverkusen: Lanxess macht Rekord-Gewinn

Chemie-Spezialist legt um 30 Prozent zu auf 1,3 Milliarden Euro. Wechsel an der Aufsichtsratsspitze.

Der Spezialchemie-Konzern Lanxess meldet bei der diesjährigen Hauptversammlung ein Rekordjahr. Im zurückliegenden Geschäftsjahr stieg das Ebita, der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen, um 30 Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro, den bisher höchsten Wert der Unternehmensgeschichte. Wesentliche Gründe für den starken Ergebnisanstieg waren gesteigerte Absatzmengen in allen Segmenten sowie der starke Beitrag der im vergangenen Jahr erworbenen Chemtura-Geschäfte. Die Ebita-Marge vor Sondereinflüssen erhöhte sich von 12,9 Prozent auf 13,3 Prozent und näherte sich damit weiter dem mittelfristigen Margenziel des Konzerns. Ab 2021 soll die durchschnittliche Marge zwischen 14 und 18 Prozent liegen, berichtet Lanxess in einer Pressemitteilung.

Der Umsatz stieg ebenfalls deutlich um 26 Prozent auf rund 9,7 Milliarden Euro. Zwar sank das Konzernergebnis auf 87 Millionen Euro nach 192 Millionen Euro im Vorjahr. "Rechnet man allerdings die erheblichen einmaligen Sonderaufwendungen vor allem für die Integration der Chemtura-Geschäfte und für die Konsolidierung von Produktionsnetzwerken und Wertschöpfungsketten sowie eine Einmalbelastung aus der US-Steuerreform heraus, stieg das Konzernergebnis um 54 Prozent von 246 Millionen Euro auf 379 Millionen Euro", heißt es in der Pressemitteilung.

"Das vergangene Jahr hat in beeindruckender Weise gezeigt, dass unsere Strategie sich auszahlt und wir voll auf Wachstumskurs sind", betonte Lanxess-Vorstandsvorsitzender Matthias Zachert vor Aktionären in der Kölner Lanxess-Arena.

Vorstand und Aufsichtsrat schlugen der Hauptversammlung angesichts der Geschäftsergebnisse eine Dividende in Höhe von 80 Cent vor - 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Das entspricht einem Ausschüttungsvolumen von 73 Millionen Euro. "Damit setzen wir den Trend der vergangenen Jahre fort", so Zachert mit Blick auf die Dividendenpolitik des Unternehmens.

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Zachert blickte in seiner Rede über die bisherigen Geschäftsergebnisse hinaus. Das Rekordergebnis sei lediglich eine Wegmarke in der Entwicklung von Lanxess, die zeige, dass die Entscheidungen der vergangenen Jahre richtig gewesen seien.

Ein wesentlicher Schritt in dieser Neuausrichtung war 2017 die Übernahme und Integration von Chemtura. Mit dem Abschluss der Akquisition am 21. April 2017 wurde Lanxess zu einem der führenden Anbieter für Flammschutz- und Schmierstoff-Additive weltweit. Zugleich verstärkte der Konzern seine Präsenz in den Wachstumsmärkten Nordamerika und China. Mit dem besten Quartalsergebnis seiner Geschichte knüpft das Unternehmen an das erfolgreiche Geschäftsjahr 2017 an.

Die diesjährige Hauptversammlung stand zudem im Zeichen des Abschieds von Rolf Stomberg. Nach 13 Jahren als Aufsichtsratsvorsitzender beendete er sein Mandat. Zachert dankte Stomberg für das Engagement: "Ihr klarer Blick auf Lanxess, Ihr Pragmatismus und Ihre konstruktive Kritik haben uns auch in schwierigen Zeiten Orientierung und Sicherheit gegeben. Sie haben großen Anteil an der erfolgreichen Konzernentwicklung gehabt und übergeben das Unternehmen in geordneten Verhältnissen und bestens aufgestellt."

Bereits im März hatte Stomberg als seinen Nachfolger Matthias L. Wolfgruber vorgeschlagen. Der promovierte Chemiker und ehemalige Vorstandsvorsitzende der Altana AG gehört dem Kontrollgremium als Vertreter der Aktionäre seit 2015 an. Die Wahl des neuen Vorsitzenden Wolfgruber durch den Aufsichtsrat erfolgte gestern im unmittelbaren Anschluss an die Hauptversammlung.

(RP)