Leverkusen, Langenfeld, Leichlingen und Monheim gegen Klimawandel

Umweltschutz : Das tun die Städte gegen den Klimawandel

Die Stadt hat sich 2017 auf ein integriertes Klimaschutzkonzept festgelegt. Der Abschlussbericht umfasst 136 Seiten und legt Klimaziele fest. Demnach sollen die Treibhausgasemissionen im Stadtgebiet bis 2030 um 40 Prozent und um 80 Prozent bis 2050 gegenüber 2016 gesenkt werden.

Beim Energiebedarf sollen bis 2030 20 Prozent und bis 2050 50 Prozent gegenüber 2016 eingespart werden. Ein Maßnahmenkatalog listet Schritte auf. Sie umfassen fünf Handlungsfelder. Es sind die „Vorbildfunktion“ der Stadtverwaltung etwa bei energetischer Gebäudesanierung. Weitere Felder sind der Klimaschutz in der Wirtschaft, die Mobilität, eine klimagerechte Stadtentwicklung sowie die Öffentlichkeitsarbeit.

Leichlingen bearbeitet mehrere Programme zur Klimavorsorge. Eines davon ist die Teilnahme am Qualitätsmanagement und Zertifizierungsprogramm European Energy Award (EEA). Nils Stern vom Amt für Gebäudemanagement ist für die klimapolitischen Ziele verantwortlich. Gemeinsam mit einem Berater der EEA haben er und ein Energie-Team aus Verwaltung und Politik den Ist-Zustand in Leichlingen erfasst und einen Maßnahmenkatalog erarbeitet, der Leichlingen dabei helfen soll, sich im Rahmen des EEA zu zertifizieren. Dafür müssen in den sechs Handlungsfeldern Entwicklungsplanung/Raumordnung, Kommunale Gebäude und Anlagen, Versorgung/Entsorgung, Mobilität, interne Organisation und Kommunikation/Kooperation im Schnitt 50 Prozent der vereinbarten Ziele erreicht werden. Zum Start der Projektphase lag Leichlingen bei 37 Prozent. Mithilfe eines Maßnahmenpakets will Stern bis 2020 über 50 Prozent erreichen und so die Silber-Zertifizierung erhalten.

In Langenfeld hat der Stadtrat bereits 2011 ein Klimaschutz-Konzept beschlossen, das unter anderem den Bau der beiden Windkraftanlagen im Ortsteil Reusrath voranbrachte. Unlängst entschieden die Stadtverantwortlichen, in Langenfeld zusätzlich die „Klimafolgen“ zu thematisieren – also neben der notwendigen Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes. „Uns geht es dabei primär um Sofortmaßnahmen“, erklärte Jens Hecker, der städtische Klimaschutzkoordinator. Die Langenfelder streben zwar ein „Klimakonzept“ an, aber keines von der Stange, auch wenn das nicht gefördert wird. Hecker erläuterte, wie die lokale Strategie als Querschnittsaufgabe erstellt und kontinuierlich angepasst werden soll. „Alle Fachbereiche, verschiedene Institutionen und weitere Akteure werden in einem gemeinsamen Prozess auf Schnittmengen im Bereich der Klimaanpassung untersucht“.

Monheim beschloss 2014 ein Klimaschutz-Konzept, das eine zwanzigprozentige Reduzierung der Treibhausgase bis 2030 als Ziel enthält. Die Grünen beantragten im November ein „Konzept zur Klimafolgenanpassung“, verwiesen dabei auch auf die demografische Entwicklung, da ältere Menschen stärker betroffen seien. Doch für solch ein Konzept gab es in Monheim keine politische Mehrheit. „Bei Planungs- und Neubauvorhaben ist das Klimaschutzmanagement der Stadt frühzeitig mit eingebunden und neben der energetischen Betrachtungsweise ist die klimatische Auswirkung immer ein Aspekt der Planung“, begründete Klimaschutzmanager Georg Kruhl die Entscheidung im Fachausschuss.

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