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Leverkusen: Kulturkonferenz traf sich zum Gedankenaustausch und zur Planung

Kulturkonferenz : Ein wichtiger Treff für die freie Szene

Die Leverkusener Kulturkonferenz traf sich zum Gedankenaustausch und Planung.

„Ich singe in einem Chor mit zwölf Personen, wir brauchen dringend einen Probenraum mit gestimmtem Klavier“, nutzte Katharina Meierjohann die jüngste Kulturkonferenz, auf der Vertreter der freien Szene zusammenkommen, um eine neue Bleibe für das kürzlich heimatlos gewordene Ensemble M.A.M.M zu finden. Und vielleicht ergibt sich auf diese Weise sogar eine Kooperation mit dem Jungen Theater Leverkusen. Das Klavier ist jedenfalls vorhanden, man müsste nur terminlich überein kommen.

Die Drama-Ticker haben dasselbe Problem. Sie konnten vorher den Pfarrsaal von Herz-Jesu nutzen, der künftig nicht mehr zur Verfügung steht, und sind unzufrieden mit den Ausweichquartieren. Auch für Ellen Lorentz vom Bergischen Geschichtsverein (Abteilung Niederwupper) hat sich an diesem Abend eine neue Perspektive ergeben. Sie berichtete von ihrem neuen Projekt, die Ausbildung von Stadtführern, die sie unterstützen sollen, weil speziell die Führungen durch die Bayer-Kolonien stark gefragt sind. Daraus sei die Idee gewachsen, ein „Kindermuseum“ in der Villa Römer zu entwickeln, bei dem man nicht nur im Haus der Stadtgeschichte bleiben will. Ein Thema für das erste Projekt steht bereits fest: „Farbe“. Da soll es nicht nur um die Geschichte der Farbenstadt gehen, sondern auch praktische Begegnungen geben. Eine Kooperation mit dem Bayer Farbenlabor ist bereits beschlossen. Dort sollen die Kinder Experimente machen können. Man plane ebenfalls eine künstlerische Einheit für das Kindermuseum, sagte Lorentz, die nun auf der Suche nach Partnern war. Ingrid Müller-Ost, Vorsitzende des Kunstvereins, empfahl die Museumspädagogik, „die ist wirklich ganz toll“.

In drei konkreten Anliegen konnte die Versammlung also schon helfen. Von den anderen hat man immerhin erfahren, was sie in nächster Zeit planen und kann die hier geknüpften Kontakte nutzen. Eigentlich hatte Organisatorin Anke Holgersson in Frage gestellt, ob ein solches Treffen im halbjährlichen Abstand wirklich gewünscht sei oder ob es nicht reiche, alle zwölf Monate zusammenzukommen. Aber schon die Besucherzahl zeigte, dass dieses Format beliebt ist.

Im Atelier von Peter Kaczmarek, der dieses Mal Gastgeber war, mussten immer wieder Stühle nachgestellt werden. Schließlich gibt es hier auch Informationen über Förderprojekte, die Kulturschaffende nutzen könnten. Und über laufende Projekte, die das Kulturbüro mit Hilfe von Landesmitteln und Partnern vor Ort realisieren kann (Kulturstrolche für 2. bis 4. Klasse, Kultur und Schule, sowie der Kulturrucksack für Zehn- bis 14-Jährige).

Die Kunstnacht in diesem Jahr war ein Erfolg. Noch hat Anke Holgersson nicht alle Rückmeldungen, aber sie geht davon aus, dass man 20.000 Besucher erreicht hat. In 2019 findet wieder die Buchwoche LevLiest statt, und zwar vom 6. bis 12. April. Es gibt schon viele Anmeldungen, bis 13. Januar können Veranstalter noch ihre Projekte melden. Dann geht das Programmheft in Druck. Bei der letzten Buchwoche gab es über 100 öffentliche und rund 20 Schulveranstaltungen.

Die Kulturkonferenz wird weiter halbjährlich tagen, darüber hinaus wurde eine Mailing-Liste begonnen, über die es laufend Infos gibt. Außerdem will Anke Holgersson für die freie Szene eine virtuelle Pinwand „Suche/Biete“ einrichten. Die Beteiligten sollten aber auch stärker die analoge Wand im Forum nutzen.