Leverkusen: Kombi-Lösung als neuer Vorschlag für die Stelze

Autobahn in Leverkusen: Straßen.NRW plant auch Kombi-Lösung für die Stelze

Das Verkehrsministerium hat die Autobahnbehörde beauftragt, auch die Möglichkeit einer Stelze-und-Tunnel-Lösung zu prüfen. Bis zum Hebst hat Straßen.NRW Zeit dazu. Die Bürgerliste hat eine Sondersitzung des Rates beantragt.

Neue Gedankenspiele zu "Tunnel oder Stelze" für den A 1-Abschnitt in Küppersteg beeindrucken den Stadtchef nicht: "Ich habe mich klar positioniert - ich will eine Tunnellösung", sagt Oberbürgermeister Uwe Richrath. "Das von uns beauftragte Gutachten hat eindeutig gesagt, dass bei mehr Notausgängen und bestimmten Einfädelungsverkehren Gefahrgut durch einen Tunnel transportiert werden kann." Das Gutachten, das die Autobahnbehörde Straßen.NRW zum Thema Tunnel erstellen ließ, sehe dies anders, sagt Sprecher Timo Stoppacher.

Er bestätigt, was Bürgerlisten-Fraktionschef Erhard Schoofs nun verlauten ließ: Straßen.NRW arbeitet seit kurzem an einer Variante für den Stelzenbereich: einer Kombilösung aus Tunnel und Stelze. "Die grobe Idee ist in der letzten Koordinierungsrunde im November aufgekommen", sagt Stoppacher. Nun sei der Projektbeirat, in dem auch die Politik vertreten ist, informiert und der Planungsauftrag vom Verkehrsministerium in Düsseldorf an Straßen.NRW gegeben worden. Das Ministerium hielt sich gestern auf die Anfrage unserer Redaktion zunächst bedeckt.

"Wir haben fünf Monate Zeit dazu. Im dritten Quartal könnten die Planungen fertig sein", führt Stoppacher aus. Es sei denn, die Idee stelle sich in der Planungsphase als nicht machbar heraus. Vorgesehen ist dies: Die neue Stelze an der Stelle der alten behält ungefähr die jetzigen Ausmaße und führt nur den Verkehr in Richtung Dortmund. Unterhalb der Stelze soll ein Tunnel mit vier Spuren plus zwei Auf- und Abfahrtspuren entstehen, in dem der Verkehr gen Köln läuft, erläutert der Straßen.NRW-Sprecher.

Man verspreche sich von dieser Idee Vorteile, unter anderem, dass die neue Stelze eben nicht doppelt so breit werde wie die bisher heiß diskutierte und von Leverkusener Seite vehement abgelehnte Mega-Stelze. Das wiederum trage zu weniger Lärm und anderen Emissionen bei, wobei die neue Stelze ohnehin nach den heute geltenden strengeren Regelungen zum Emissionsschutz erstellt werde. Aber ein Problem bestehe derzeit noch: eben das der Gefahrguttransporte durch den Tunnel, sagt Stoppacher. Die, betont Chempark-Chef Lars Friedrich, seien aber unabdingbar, und zwar 24 Stunden pro Tag und nicht nur in einem schmaleren Zeitfenster.

  • Stimmen zum Urteil in Leipzig : "Das ist das Worst-Case-Szenario!"

Erhard Schoofs hat in einem Antrag gefordert, der Stadtrat möge sich gegen die neue Variante aussprechen, denn durch diese "werden jahrelange Baustellen im Stadtkern mit ihren Staus und ihrem Lärm manifestiert". Er beantragte eine Sonderratssitzung. Die hat Richrath für den 9. April angesetzt.

Peter Westmeier von der Initiative Liv kommentierte Schoofs' Sondersitzungswunsch so: "Sondersitzung des Rates, so ein vollkommener Blödsinn. Mit welchem Ziel? Die Fraktionsvorsitzenden von SPD, CDU und Grünen haben doch diese Variante schon abgelehnt." Ein Anderer schreibt: "Klar gibt es Streitpunkte zu dem Thema, aber immer nur dagegen zu sein ist dumm..."

Uwe Richrath fasst es so zusammen: "Trotz neuer Kombi-Variante - an der Position von Stadt und Stadtrat hat sich nichts geändert."

(RP)