Leverkusen: Klimaprotest von Fridays for Future erreicht neue Rekordzahl

Fridays for Future : Klimaprotest erreicht neue Rekordzahl

Rund 700 Demonstranten zogen über den Europaring. Der Verkehr in der Innenstadt geriet ins Stocken.

Sie hatten im Vorfeld angekündigt, den Verkehr in Leverkusen lahm zu legen. Die Ortsgruppe der Fridays-for-Future-Bewegung in Leverkusen schloss sich den weltweiten Protesten am Freitag an. Und der Plan sollte zumindest in Teilen gelingen. Rund 700 Aktivisten zogen von Wiesdorf über den Europaring in Richtung Küppersteg. Der Verkehr kam dadurch ins Stocken, es blieb aber ruhig.

Die hohe Zahl der Teilnehmer  dürfte die Organisatoren gefreut, aber auch überrascht haben. Sie  hatten sich diesmal auch insbesondere an Erwachsene gewandt, und diese in die Verantwortung genommen, gut 700 Demonstranten waren ein Rekord für die Future-Märsche in der Stadt.

„In Leverkusen ist es schwer“, sagte Gruppensprecher Falko Schröder. Die Menschen seien nicht einfach auf die Straße zu bekommen. Doch gibt die hohe Zahl dem 15-Jährigen Aufschwung. Die nämlich zeige, dass die Bewegung, die vor rund einem Jahr in Fahrt kam, nichts von ihrem anfänglichen Schwung verloren habe. Schröder glaubt aber, die Protestbewegung werde sich in Zukunft verändern. Sie werde politischer und konkreter, ist der Schüler des Werner-Heisenberg-Gymnasiums überzeugt.

An dem Gymnasium brachte die Schüler jetzt der Wechsel des Catering-Services auf die Palme. Der kommt nämlich jetzt nicht mehr aus Burscheid, sondern aus Bonn. „Das sind gut 88 Kilometer Anfahrt zusätzlich“, monierte Schröder. Außerdem soll ein Trinkbrunnen aufgestellt werden, fordern die Schüler.

Vielen von ihnen ist es merklich ernst. Sie stehen für ihr Vorhaben und die Forderungen ein. Ein kleiner Teil wiederum scheint sich am Freitag vor allem des „Events“ wegen in der City in Wiesdorf am Rande der Kundgebungen zu treffen.

Dort sprachen verschiedene Redner zu den Anwesenden. Sam Kofi Nyantakyi, dessen Verein seit 15 Jahren das Fest zum Weltkindertag organisiert, sagte seine Unterstützung zu. „Diese Entscheidung liegt auf der Hand“, betonte er. Seit Jahren predigten Politiker, Kinder und Jugendliche anzuhören und ernstzunehmen. Dass diese jetzt ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen, gefällt dem 53-Jährigen: „Wir sind unheimlich stolz.“ Sein Verein, der aus einem Zusammenschluss vieler Institutionen und Vereinen besteht, werde sich  weiter für ein Kinder- und Jugendparlament einsetzen, kündigte er an.

Gegen 13.15 Uhr endete der Demonstrationszug im Kreisverkehr Küppersteger Straße/Europaring/Bismarckstraße. Den Kreisverkehr hatten Teilnehmer des Protestzugs für kurze Zeit besetzt. Die Autofahrer, die in einer langen Kolonne dem Zug hinterher fuhren, blieben ruhig, Passanten filmten die Szenerie.

Mehr von RP ONLINE