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Leverkusen Kinderkarussell-Betreiber brutzelt jetzt Pommes

Corona-Krise : Kinderkarussell-Betreiber brutzelt jetzt Pommes

Seine drei Kinderkarussells stehen seit Karneval still, die 15 Toilettenwagen, die sonst immer um diese Zeit auf der Rheinkirmes in Düsseldorf und dem Kölner Lichterfest zum Einsatz kommen, bleiben unbenutzt. Der Umsatz – nicht vorhanden. Der Imbiss ist für Frank Suermann eine Notlösung.

Eigentlich hatte Frank Suermann geglaubt, sein Leben lang in strahlende Kindergesichter blicken zu können. Stattdessen steht der Schausteller nun die Woche über von 9 bis 18 Uhr im Gewerbegebiet Fixheide unweit seines Wohnhauses mit einem Imbisswagen, verkauft Bratwürste und Pommes.

Seine drei Kinderkarussells stehen seit Karneval still, die 15 Toilettenwagen, die sonst immer um diese Zeit auf der Rheinkirmes in Düsseldorf und dem Kölner Lichterfest zum Einsatz kommen, bleiben unbenutzt. Der Umsatz – nicht vorhanden, und das in der Hauptsaison. „Das hätte ich mir im Frühjahr auch nicht träumen lassen, dass ich nun sowas machen muss, um zu überleben“, sagt der 47-Jährige niedergeschlagen. „Das ist verdammt schwierig gerade, wir Schausteller stehen mit dem Rücken zur Wand.“

Der Imbiss ist für ihn eine Notlösung. Suermann hatte das Glück, bereits einen Container zu besitzen, den er nun nutzen kann. „Ich kann mir damit nicht das goldene vom Teller ziehen“, sagt Suermann, aber es helfe zumindest ein Stück weit, die vielen laufenden Kosten für die Fahrgeschäfte und Lkw’s zu decken oder zumindest für seine Familie das Essen auf den Tisch zu bringen. Sein Personal kann er nicht weiter beschäftigen, zumindest so lange nicht, „bis wir wieder rausfahren dürfen“. Nur einer mit Gastronomie-Erfahrung hilft ihm im Imbiss aus.

Seine Gäste kommen meist in ihrer Mittagspause oder zum Schichtwechsel am Abend vom benachbarten Metallwerk oder der Schweißerfirma zu ihm. Suermann versucht sie mit Abwechslung bei der Stange zu halten. „Nach dreimal Currywurst hat man, glaube ich, erstmal die Schnauze voll davon.“ So gab es vorige Woche noch Nudelsalat mit Koteletts, danach Gulaschsuppe, Jägerfrikadellen, diese Woche Reibekuchen.

Die Schaustellerei hat Suermann noch nicht aufgegeben. Sie ist sein Familienvermächtnis. Er hofft auf ein baldiges Einlenken der Politik. Seiner vor wenigen Monaten verstorbenen Mutter, die aus einer alten Düsseldorfer Schausteller-Familie kommt, hat er versprochen, „dass der Betrieb, den sie und mein Vater sich erarbeitet haben, nicht den Bach runtergeht“. Ihr habe es sehr zugesetzt, mitansehen zu müssen, wie die großen Volksfeste nach und nach abgesagt wurden.