Leverkusen: Kinderbuchautoren Hähner und Linker gaben Tipps

Literaturgespräche: Was Kinder lesen wollen oder sollen - Autoren in der Bibliothek

Kinderbuchautoren gaben praktische Tipps zur Leseförderung und erzählten aus ihrem Schreiber-Leben.

Lesen ist wichtig, es erschließt neue Welten, fördert die Phantasie und regt zum Nachdenken an. Darum suchen viele Eltern mit Bedacht pädagogisch wertvolle Literatur für ihren Nachwuchs aus. Aber die verschmähen manche Kinder. Dann sei es besser, sie Mickeymousehefte lesen zu lassen, findet Autorin Margit Hähner. Denn zunächst geht es doch darum, den Spaß am Lesen zu wecken. Nur wenn das gelingt, können sich Schüler zu Leseratten entwickeln.

Die Wahlkölnerin, die ihre Wurzeln ebenso in Leverkusen hat wie ihr Gesprächspartner und Kinderbuchautor Christian Linker, gab in der Stadtbibliothek praktische Tipps zur Leseförderung. „Was Kinder lesen wollen … oder sollen“ war das Motto an diesem Abend in der zweiten Staffel der Serie „Leverkusener Literaturgespräche“, die Stadtbibliothek, VHS, der Förderverein Literatur und die Kölner Autorengruppe FAUST gemeinsam an diesem Ort veranstalten.

Statt des geplanten Podiumsgesprächs setzten sich die beiden Autoren, die als weitere Gemeinsamkeit ein Theologiestudium und eine Karriere in der katholischen Jugendarbeit haben, mit den wenigen Besuchern in eine Runde und ließen Nachfragen oder Anregungen direkt zu.

Die Standardfrage, wie man überhaupt Kinderbuchautor wird, beantwortete Linker gleich vorweg: „In meinem Fall war es aus Versehen.“ Immer schon hatte er davon geträumt, Autor und so reich und berühmt zu werden. Doch seinen ersten Roman wollte niemand verlegen. Dann erhielt er einen Anruf vom Patmos-Verlag: „Schreiben Sie mal ein Kinderbuch.“ Dazu hatte er eigentlich keine Lust, gestand Linker, aber so einen Anruf bekomme man wohl nur einmal im Leben. Also versetzte er sich mit Hilfe seiner alten Playmobil-Burg in den kindlichen Traum von der Ritterzeit und so entstand „Ritter für eine Nacht“.

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Der Erstling ist lange vergriffen, aber viele Werke für Kinder und Jugendliche folgten und haben Christian Linker diverse Preise eingebracht.

„Kinderbuchautoren schreiben sehr viel“, weiß Margit Hähner, die für ihre Erwachsenenliteratur deutlich mehr Zeit braucht. Aber als Jurorin für den Preis der deutschen Schallplattenkritik, in der Wort-Abteilung »Kinder- und Jugendaufnahmen«, wird sie regelmäßig zugeschüttet mit neuen Hörbüchern oder Hörspielproduktionen. Die CDs bringt sie anschließend in die Stadtbibliothek, denn auf diese Weise haben viele Hörer etwas davon.

Es ist das ganze reiche Spektrum der Kinder- und Jugendliteratur von Abenteuer, Fantasy über Tiergeschichten, Krimis bis zu Liebesgeschichten, spannend, lustig und ernst. Sie brachte ihre derzeitigen Favoriten mit: Jochen Till, „Luzifer junior“ („großartig gelesen von Christoph Maria Herbst“); Kirsten Boie, „Tabo“ (gute WDR-Hörspielproduktion); Max Murks, „Schwimmkurs mit Hai“ („witzig gelesen von Jürgen von der Lippe“). Christian Linkers Buchfavoriten sind: Andrea Karimé, „King kommt noch“, und Astrid Frank, „Uli unsichtbar“.

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