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Leverkusen: Kilometerstand am Auto frisiert? Angeklagter leugnet

Verhandlung vor dem Amtsgericht Leverkusen : Kilometerstand am Auto frisiert? Angeklagter leugnet

Rund 7400 Euro legte ein Händler für einen gebrauchten VW auf den Tisch. Doch wie sich herausstellte, war der Kilometerstand des SUV frisiert. Nun stand ein Mann vor dem Amtsgericht Leverkusen. Er soll den Betrug begangen haben. Veränderte er die Zahlen um sich zu bereichern? Und warum war das Auto einige Zeit im Kosovo?

Der Angeklagte wehrte sich gegen die Anschuldigungen. Er habe von dem falschen Kilometerstand nichts gewusst. Die fehlerhaften Angaben waren fast ein Jahr später bei der Tüv-Untersuchung aufgefallen. Der Händler hatte den Gebrauchten zu diesem Zeitpunkt bereits weiterverkauft, musste den Pkw dann aber wieder zurücknehmen. Er will Schadensersatz.

Diese Forderung stieß dem beschuldigten 39-Jährigen sauer auf. „Keinen Cent kriegt der von mir – da können Sie machen, was Sie wollen“, betonte er gegenüber der Richterin. Er war sich keiner Schuld bewusst. Vielmehr waren es wohl seine Verwandten, berichtete er, die das Auto ohne seine Erlaubnis benutzten. Wegen eines Schadens, hatte er den Wagen in seine Heimat Kosovo gefahren. Dort sollte das Auto repariert werden. Ein paar Monate später, holte er den Wagen wieder ab. Was in der Zeit passiert sei, wisse er nicht, sagte der 39-Jährige. „Ich habe denen vertraut“, betonte er.

Der Angeklagte kaufte den VW einst ebenfalls gebraucht von einem anderen Händler. Der im Vertrag hinterlegte Mann sollte als Zeuge aussagen. Doch als er erschien, stutzten alle Beteiligten nicht schlecht: Es war der falsche. Der Zeuge sagte aus, den VW besessen und über einen Händler verkauft zu haben. Dieser nahm beim Verkauf offenbar die Identität des Zeugen an. Um dem Mann auf die Schliche zu kommen, tauschten der Zeuge und der Angeklagte ihre Telefonnummern aus. „Ich will nur den richtigen Mann“, sagte der 39-Jährige erbost.

Mit dem zweiten Zeugen der Verhandlung geriet er in Streit. Es war der Händler, der den Beschuldigten auf Schadensersatz verklagt. „Mit diesen Lügen brauchst du mir nicht kommen“, maulte der Angeklagte, „ihr Händler seid doch alle gleich.“

Viel besser wurde die Laune des 39-Jährigen nicht, als die Richterin mahnte, er habe eine gültigen Vertrag unterschrieben. Die Zahlen hätte er prüfen müssen. Eingeschnappt saß der Mann auf der Anklagebank. Gegen eine Geldauflage in Höhe von 1000 Euro wurde das Verfahren eingestellt. Das Geld geht an das Deutsche Kinderhilfswerk.