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Leverkusen: Karnevalsfreunde Manfort fordern Umbenennung des Bahnhofs Schlebusch.

Karnevalsfreunde Manfort : Jecken wollen Bahnhof umbenennen

Die Karnevalsfreunde Manfort wollen den Schlebuscher Bahnhof namentlich in ihren Stadtteil eingemeinden. Stadtchef kündigt auf Sitzung Verwaltungsantrag an.

Der Spaß auf der Sitzung der Karnevalsfreunde Manfort dürfte Folgen haben. Nein, nicht in neun Monaten, sondern vielleicht etwas früher oder später, je nachdem wie schnell Politik und Verwaltung arbeiten. Virgilio Pérez Guembe, Präsident der Karnevalsfreunde Manfort, hatte am Donnerstag im Forum den Leverkusener Oberbürgermeister Uwe Richrath (mehr oder minder im Scherz) unter Applaus hunderter Gäste damit beauftragt, er möge doch bitte dafür sorgen, dass der „Bahnhof Schlebusch“ umbenannt werde. „Wie jeder weiß liegt der Bahnhof in Manfort. Deshalb soll er auch künftig diesen Namen erhalten“, sagte der Präsident lachend, während er im Kostüm als „Lukas, der Lokomotivführer“ auf der Bühne stand.

Als Gegenleistung werde er dafür sorgen, dass Richrath bei der bevorstehenden Wahl zum Oberbürgermeister die Stimmen aller Jecken im Saal bekomme. Einige Gäste aus Schlebusch lachten über die Idee. „Es ist Karneval, da wird viel geredet“, kommentierte eine Zuhörerin. Doch Hans-Jörg Schaefer, ehemaliges Vorstandsmitglied der VR Bank Bergisch Gladbach-Leverkusen, und ebenfalls aus Schlebusch bestätigte: „Den Antrag finde ich absolut gut und folgerichtig.“ Uwe Richrath setzte kurz darauf noch eins obendrauf und sagte im Gespräch mit unserer Redaktion: „Dazu werde ich einen entsprechenden Verwaltungsantrag vorbereiten.“

Die Manforter sind dafür bekannt, dass sie in jedem Jahr ein neues Motto kreieren, in diesem Jahr waren Elferrat und Bühne nach dem Kinderbuch „Jim Knopf und die Wilde 13“ von Michael Ende gekleidet, nur dass die Überschrift dort „Jim Knopp und die Jecke 11“ lautete. Im Publikum gab es entsprechend viele Lokomotivführer, auf der Bühne hatte sich der Elferrat unter anderem als König Alfons, Frau Mahlzahn, Drache Nepomuk und Koch „Schu Fu Lu Pi Plu“ kostümiert. An den intensiven Vorbereitungen waren in diesem Jahr besonders viele junge Leute beteiligt. „Ich kann mich darüber freuen, dass die jungen Leute jetzt alles im Griff haben“, sagte Ex-Präsident Karl-Heinz Walter entspannt im Publikum sitzend und das bunte Treiben genießend.

Für den Auftakt sorgte das Corps der KG Uhu, ehe es unter anderem mit Guido Cantz, Martin Schopps und Domstürmer weiter ging. Mehr als 300 Kilometer aus der fränkischen Helau-Zone waren 25 Narren von der Karnevalsvereinigung Obervolkach (nahe Würzburg) angereist, die seit Jahren mit Manfort befreundet sind. Mitgebracht hatten sie eigens angefertigte Orden für Uwe Richrath und Ehefrau Anne.

Bereits am Wochenende zuvor, als die Leverkusener im Süden zu Besuch waren, hatte Manforts Ehrensenatspräsident Gerd Holthaus einen Verdienstorden vom Fastnachtverband Franken erhalten. Mit dem Orden in Gold vom Bund Deutscher Karneval (BDK) wurde er bereits im Vorjahr ausgezeichnet.