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Leverkusen: Jens Nowotny und der Verein Mutige Kinder helfen armen Familien

3000 Euro Spende : Nowotny bringt die nächsten Hilfspakete

Als Botschafter des Vereins „Mutige Kinder“ unterstützt der frühere Werkself-Profi bedürftige Familien. „Wenn irgendwo Bedarf ist, versucht man zu helfen – und ich mache das gerne“, begründet der 46-Jährige sein Engagement. Er freue sich, dass der Verein nun auch in Leverkusen Gutes tue.

Dass Jens Nowotny auch nach so vielen Jahren bleibenden Eindruck in Leverkusen hinterlassen hat, wird am Montag am Jugendzentrum Bunker schnell klar. Die Kinder und Jugendlichen haben Fragen an den 48-maligen Nationalspieler vorbereitet. Sie wollen wissen, wer sein härtester Gegner war, wie sich das legendäre „Vize Triple“ 2002 angefühlt hat, was er jetzt so macht – also abgesehen davon, dass er Botschafter des Vereins Mutige Kinder ist, der 3000 Euro an den Verein „Hilfe tut Not“ spendet.

Zehn Jahre trug er das Trikot der Werkself, spielte 233 Mal für Leverkusen in der Bundesliga. Doch die Wege trennten sich unschön. Nowotny verletzte sich nachhaltig am Knie, fiel lange aus. Der Streit um Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall trieb einen Keil zwischen Klub und Spieler, der zwar nach einjähriger Verletzungspause sein Comeback gab, dann aber 2006 den Verein verließ. Ein Jahr und eine weitere Knieverletzung später war seine aktive Karriere beendet. Heute betreibt Nowotny unter anderem das Restaurant Salinas im Volksgarten Mönchengladbach. Und er ist eines der Gesichter von Mutige Kinder.

„Wenn irgendwo Bedarf ist, versucht man zu helfen – und ich mache das gerne“, begründet der 46-Jährige sein Engagement. Er freue sich, dass der Verein nun auch in Leverkusen Gutes tue. Er sei aber nur der Botschafter. Die inhaltliche Arbeit mache der Vorstand. Der hat auch entschieden, die 3000 Euro an Hilfe tut Not zu spenden. Der Verein hat vor knapp zwei Wochen mit weiteren Kooperationspartnern eine Aktion ins Leben gerufen, um Familien in prekären Situationen haltbare Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs zur Verfügung zu stellen.

Die Corona-Pandemie verschärft die Notlage ohnehin schon armer Familien. In manchen Stadtteilen Leverkusens lebt rund die Hälfte der unter 16-jährigen Kinder in finanzieller Not. Entsprechend schnell waren die ersten 110 Pakete verteilt. Das nun gespendete Geld hilft dabei, die Aktion am Laufen zu halten. „Unser Telefon stand nicht mehr still. Das hat eingeschlagen wie eine Bombe“, sagt Dieter März, Vorsitzender von Hilfe tut Not. „Nach dem Auftakt haben sich aber auch viele bei uns gemeldet und Geld gespendet. Das nutzen wir, um das Angebot aufrecht zu halten.“ Die 3000 Euro von Mutige Kinder komme da gerade recht.

Der Betrag reicht für 33 Einheiten, die Familien zur Verfügung gestellt werden. In den beiden Kartons sind unter anderem Toilettenpapier, Küchenpapier und Seife, aber vor allem Lebensmittel wie Nudeln, Zwieback, Haferflocken, Zucker oder Mehl sowie Konserven. „Eine sinnvolle Auswahl“, befindet Nowotny. Gelagert und nach Anfrage verteilt werden sie im Jugendzentrum Bunker.

Mutige Kinder ist ein Verein unter Ehrenschirmherrschaft von Reiner Calmund, einer weiteren Gallionsfigur von Bayer 04. „Wir setzen uns für missbrauchte sowie sozial benachteiligte Kinder ein“, erklärt Vorstandsmitglied Gabriele Pannicke. Der Schwerpunkt liege auf dem Großraum Köln. Als sie von der Aktion in Leverkusen erfuhr, sei schnell klar gewesen, dass sich ihr Verein beteiligen wolle. „Wir fühlen uns verpflichtet, Kindern und Jugendlichen zu helfen, die in einem von Armut geprägten Umfeld aufwachsen.“

Info Spenden an den Verein Hilfe tut Not sind an die IBAN-Nummer DE15 3755 1440 0107 0070 80 (Sparkasse Leverkusen) möglich.