Irish Days : Clans erobern den Neulandpark

Kann es mehr Irland geben, als bei den „Irlandfreunden Leverkusen“? Wohl kaum. Am Wochenende transportierten sie das irische Lebensgefühl in Reinform und mit viel Herzblut von der „Grünen Insel“ direkt in den Leverkusener Neulandpark.

Zum zehnten Mal wurde deutlich: Die „Irish Days“ sind aus der Stadt nicht mehr wegzudenken. „Dass das Fest so groß ist, hätte ich nicht erwartet“, sagte selbst Niall Kelleher, der Bürgermeister aus Killarney im Südwesten von Irland, der eigens zum Fest gekommen war. Während des Besuchs bei Oberbürgermeister Uwe Richrath soll Uwe Bräutigam vom Büro für Partnerstädte-Angelegenheiten dem Vereinsvorsitzenden Matthias Brandes gesagt haben: „Leverkusen hat bis jetzt neun Partnerstädte. Da ist auch noch eine zehnte Partnerschaft mit Killarney denkbar.“

Die „Irish Days“ sind vor allem Musik. Unter anderem mit Fiddle (Geige), Tin Whistle (Metallflöte), Flute (Holzquerflöte) und Uilleann Pipes (Dudelsäcken) trugen Musiker dazu bei, dass die Welt des Irish Folk in ein neues, strahlendes Licht getaucht wurde.

Die „Irish Days“ stehen aber ebenso für kulinarische Köstlichkeiten wie Scones oder Soda-Bread, das beim Fest unter anderem von der Irin Anne McKiernan frisch gebacken wurde. Und die „Irish Days“ sind nicht zuletzt ein Treffen mit befreundeten Clans. Klaus-Peter Krug vom Clan Mac El aus Schweinfurt etwa war als irischer Kobold unterwegs und zum zweiten Mal in Leverkusen dabei.

Ebenfalls in Süddeutschland, nämlich in Speyer, ist der Familienclan „The German Clan Gregor Society“ von Jürgen Mac Gregor zu Hause. Bei seinem Premierenbesuch lobte der Clanchef mit den auffällig leuchtenden, flammend roten Haaren den Park und besonders das Event, ehe er auf Nachfrage seine Familiengeschichte schilderte.

Demnach ist er ein Abkomme von Robert Roy Mac Gregor. Dieser – im 18. Jahrhundert auch bekannt unter dem Namen Rob Roy – war ein echter Volksheld und galt als schottischer Robin Hood. Doch im eigenen Land wurde er geächtet und der Name Mac Gregor verboten. Erst als das Tragen des Namens 1775 wieder offiziell erlaubt wurde, meldeten sich noch 826 Angehörige. Alle anderen – darunter auch die Ahnen von Jürgen – hatten das Land verlassen.

Es ist aber nicht nur die Geschichte, sondern auch die unberührte Natur und die fröhlichen Menschen, die an Irland so faszinieren. „Mir ist es so ergangen, wie vielen anderen Menschen auch. Alles, was mit Irland zusammenhängt, hat mein Leben begleitet und lässt mich nicht mehr los“, erzählte Elke Bartsch, die Inhaberin des „Glenviewcottage Irish Woolshop“ Nahe Blankenheim, die inmitten des orange-weiß-grünen Getümmels die Dinge verkaufte, die ebenfalls so typisch für das Land sind: warme Wolle.

Eine Neuerung in diesem Jahr: Das Fest kostete erstmals Eintritt. Davon versprechen sich die Organisatoren mehr Planungssicherheit. Denn die Veranstaltung sei in den Jahren immer größer und damit auch teurer geworden. Die Gäste hätten dafür Verständnis gehabt; die Besucherzahlen seien auf keinen Fall zurückgegangen.

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