1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Leverkusen Im Skatepark trifft Action auf Street Art

Leverkusener Szene : Im Skatepark trifft Action auf Street Art

Das Opladener Haus der Jugend versammelt Skater und Graffitikünstler. Wegen Corona fiel die Veranstaltung jedoch kleiner aus als üblich. In den Herbstferien wird es dafür noch Workshops geben.

Wenn Skater, Hip-Hopper, laute Musik und Sprayer aufeinandertreffen, dann kann eigentlich nur ein Raum voller Ideen entstehen. Dann entsteht eine Symbiose, durch die ein jeder von jedem inspiriert wird. Im Skatepark unter der Stelze hinter dem Forum fand jetzt zum sechsten Mal das Crossculture. Das Event, das vom Haus der Jugend Opladen organisiert und vom Land gefördert wird, musste zum Leid der Veranstalter ein paar Nummern kleiner ausfallen. Coronabedingt.

Schon an normalen Tagen sind unter der Stelze Jung und Alt auf ihren Skates, dem Skateboard, Roller oder Fahrrad unterwegs. Das Crossculture zieht üblicherweise weitere Neugierige an. Im vergangenen Jahr wurde es daher voll. Nahezu 300 Menschen hatten sich 2019 die Spektakel auf den Rampen angesehen – oder waren die Halfpipes selbst rauf und runter gefahren.

Im Normalfall hätte es am Rande zudem Workshops rund um die Straßenkulturen gegeben. Doch Rüdiger Porsch musste vor dem Virus die Segel streichen. „Das wäre einfach zu viel gewesen“, begründete er. Rund 100 Menschen hätte es dann zusätzlich rund um den Skatepark gegeben. Das war nicht darstellbar. Gleichwohl: Die Workshops werden in den Herbstferien nachgeholt, versprach der Leiter des Jugendhauses Opladen.

Das übernahm nur einen relativ kleinen Teil der Kosten für die jüngste Veranstaltung. Sie ist Teil der vom Land geförderten Nacht der Jugendkultur. Laut Porsch beteiligen sich NRW-weit etwa 98 Einrichtungen an diesem Projekt.

Auch die Sprayer haben ihre Rolle. In Leverkusen gestalten sie die Unterführungen der Bahntrasse und der Stadtautobahn. Für die Graffitikünstler ist Diskretion ein hohes Gut. Unter dem Pseudonym „The Wolf-Gang“ bereitet sich ein Kölner Künstler auf seine Arbeit vor.
Schon beim ersten Brennpunkt-Jam 2002, berichtet er, sei er dabei gewesen. Seither: Immer wenn‘s klappt. Für ihn können seine oft farbenfrohen Bilder die dunklen Tunnel etwas freundlicher gestalten. Ob das einem etwaigen Angstraum entgegenwirkt, stellte er jedoch in Frage. „Ich kann es sicher heller machen, aber die Architektonik kann ich nicht verändern“, betont er.

Waren die großen Bildnisse auf nacktem Beton vor einigen Jahren noch verpönt, ändert sich die Meinung der Öffentlichkeit gegenüber Graffiti allmählich, ist Event-Organisator Rüdiger Porsch überzeugt. Mittlerweile gebe es eine gute Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn und den städtischen Technischen Betrieben Leverkusen (TBL). Der 64-Jährige hofft, dass der Skatepark erweitert wird, denn: „Das ist ein wichtiger Anlaufpunkt hier“, fügt er an.