Stadt will Zahl reduzieren: Leverkusen hat mehr Spielhallen als andere Städte in NRW

Stadt will Zahl reduzieren : Leverkusen hat mehr Spielhallen als andere Städte in NRW

Die Stadt will die Zahl der Vergnügungsstätten "stadtverträglich" reduzieren - Heute werden die Bürger informiert.

Die Stadt Leverkusen will die Zahl von Spielhallen und Wettbüros "steuern", sprich zurückdrängen. Zum ersten Mal wird deshalb ein Leverkusener Vergnügungsstättenkonzept erarbeitet. Denn: Leverkusen bietet im Vergleich zu anderen NRW-Kommunen überdurchschnittlich viele Vergnügungsstätten, speziell Spielhallen und Wettbüros, sagt die Stadt. 42 Spielhallen und 14 Wettbüros sind es derzeit.

Wer durch die Hauptstraße in Wiesdorf, die Bahnhofstraße in Opladen oder auch durch Schlebusch- Mitte geht, stößt schnell auf diese Vergnügungsstätten. Sie sind nicht selten ein Magnet für Ganoven. Ein solches Klientel im direkten Einzugsbereich der Einkaufszonen sowie in Gewerbegebieten schaden dem Standort und den Händlern. Davon ist auch die Stadtverwaltung überzeugt.

"Verdrängungseffekte, Konflikte mit sensiblen Nutzungen sowie Wert- und Imageverluste sind direkte Folgen der vermehrten Ansiedlung von Vergnügungsstätten", schreibt die Stadt in ihrer Einladung zu drei Informationsabenden. Auf den Treffen, das erste läuft heute, sollen Bürger sich über die neuen Pläne für den Einzelhandel in Leverkusen informieren können.

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In Spielhallen und Wettbüros wird jede Menge Geld umgesetzt. Das kann zwar die Betreiber der Geschäfte jubeln lassen. Aber: In Spielhallen werden von den Kunden auch Unsummen von Euro versenkt. Spielsüchtige spielen sich um Kopf und Kragen.

Rein aus Finanzsicht stellen die steuerpflichtigen Vergnügungsbetriebe eine bemerkenswerte Einnahmequelle für den städtischen Finanzdezernenten dar. In diesem Jahr verbuchten die städtischen Geldhüter schon ein Plus von 550.000 Euro - gezahlt nur von Spielhallenbetreibern oder Gastwirten, die Automaten aufgestellt haben. Vergangenes Jahr flossen aus diesem Bereich 2,5 Millionen Euro in die Stadtkasse. Das sind immerhin 200.000 Euro mehr als in 2013. Die Stadt plant bislang auch weiter eine steigende Tendenz ein. Bei diesen Zahlen sind die 6200 Euro, die 2016 für Tanzveranstaltungen gezahlt wurden, geradezu minimal.

Das jetzt vorgesehene Einzelhandels- und Vergnügungsstättenkonzept für Leverkusen wurde vergangenes Jahr mit einer Bestandsaufnahme des Einzelhandels sowie einer Passantenbefragung in Wiesdorf, Opladen und Schlebusch eingeläutet. Geklärt werden sollen Fragen wie: "Was benötigt der Einzelhandel in Leverkusen, um zukunftsfähig zu sein? Wie kann die Ansiedlung von Spielhallen und Wettbüros stadtverträglich gesteuert werden?"

Das Projektteam informiert dazu Bürger (jeweils ab 18 Uhr): heute, Agamsaal Forum.

Donnerstag, 30. März, Funkenturm, Bahnstadtchaussee 8.

Montag, 27. März, Pfarrsaal St. Andreas, Bergische Landstraße 8.

(RP)