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Leverkusen hat eine zweite Notschlafstelle für Obdachlose eingerichtet

Leverkusener Obdachlose in der Corona-Krise : Zweite Notschlafstelle für Obdachlose

Seit Wochen herrscht Kontaktsperre. Am besten zu Hause bleiben, ist immer noch die Losung. Aber was, wenn kein Zuhause da ist? Wenn es die eigenen vier Wände, das eigene Dach über dem Kopf nicht gibt?

Auch in Leverkusen gibt es Bürger, die ohne Obdach sind. Wer hilft ihnen in der Corona-Krise? Wie können sie in der Notschlafstelle die Abstandsregeln einhalten, wie der Hygiene nachkommen? Die Stadt hat in Zusammenarbeit mit der Caritas, die die Notschlafstelle betreut, eine pragmatische Lösung gefunden.

Um weitere Unterbringungsmöglichkeiten für wohnungslose Menschen zu schaffen, habe die Verwaltung eine Einrichtung an der Manforter Straße zur Verfügung gestellt, die als zweite Notschlafstelle dient. „Das hilft uns sehr. Die Stelle ist mittlerweile auch schon voll belegt“, berichtet Stefanie Strieder von der Caritas. Durch die zweite Unterkunft habe man in der Notschlafstelle im Bunker in Wiesdorf die Lage entspannen können. „Dort wäre es derzeit mit zwei Menschen in einem Raum wegen Corona nicht gegangen. Die Zimmer werden einzeln belegt.“ In anderen Städten haben Notschlafstellen wegen der Pandemie geschlossen. „In Leverkusen war das nie die Frage“, betont Strieder. Natürlich habe es auch bei den Mitarbeitern Sorge vor Ansteckung gegeben. Aber vorrangig sei immer gewesen, eine Lösung zu finden, „damit die Leute nicht draußen sein müssen“. Für ihr großes Engagement wolle sie unbedingt den Mitarbeitern danken, sagt Stefanie Strieder, die die Fachdienstleitung soziale und berufliche Integration bei der Caritas Leverkusen innehat. Ein Lob verteilt sie auch an die Stadt. Die Zusammenarbeit funktioniere sehr gut. Sollte es auch in der zweiten Notschalfstelle in Manfort zu voll werden, könne die Verwaltung noch weitere Unterbringungsmöglichkeiten organisieren.

Die hat die Stadt auch schon für etliche Bewohner des Zeltlagers vor der Wiesdorfer Notunterkunft gefunden. Im Moment leben dort Wohnungslose in zwei Zelten. So hatte es am Bunker an der Elberfelder Straße auch angefangen, später waren aus zwei dann acht bis zehn Zelte geworden. Von der Stadt wurde und wird das Zeltlager geduldet. Verwaltung und Caritas arbeiten an Konzepten für Alternativen zum Zelt bei der Wohnraumfrage. „Der Bunker ist nicht für jeden etwas, die Zimmer haben keine Fenster, viele kommen nicht damit zurecht, auf engem Raum mit anderen zusammen zu sein“, erläutert die Caritas-Mitarbeiterin die Entstehung des Zeltlagers.

Aufgelöst werden muss es nicht: „Weil nicht grundsätzlich vermieden werden kann, dass wohnungslose Menschen ihre Zelte irgendwo aufschlagen, können diese Zelte bestehen bleiben“, heißt es von der Stadt. Dass sie neben der Notschlafstelle stehen, sei sogar vorteilhaft: Zum einen herrsche neben der Unterkunft weniger Publikumsverkehr als etwa in der Innenstadt. „Vor allem aber besteht für die Menschen in den Zelten neben der Notschlafstelle direkter Anschluss an den Tagestreff und die dortige Betreuung.“

Der Tagestreff ist in der Corona-Zeit weiterhin geöffnet „wie immer, aber nur für Wohnungslose, nicht für andere Besucher, die normalerweise auch schon mal hereinschauen“, berichtet Strieder. Dort wird von den Mitarbeitern gekocht. Auch die Tafel habe wieder geöffnet. „Nur die Suppenküchen in Opalden, Wiesdorf und Rheindorf in den Pfarrsälen sind noch geschlossen“, ergänzt sie. Versorgungsengpässe gebe es zurzeit nicht. „Wir haben sehr viele Spenden bekommen, etwa vom Rewe-Lieferservice, aber auch Lebensmittel-Gutscheine. davon können wir aktuell noch zehren.“