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Leverkusen - Häppchenweise Kritik zum A 1-Rastplatz

Leverkusen : Häppchenweise Kritik zum A 1-Rastplatz

Die Initiative „Lev kontra Raststätte“ will mit kritischen Facebook-Posts das Thema in Erinnerung halten. Weitere Proteste in Planung. Noch keine Reaktion aus Berlin auf Richrath-Brandbrief.

Häppchen müssen nicht immer wohlschmeckend sein. Zumindest stoßen die, die Peter Westmeier derzeit nach und nach ausgibt, manchem Leverkusener sauer auf. Und das sollen sie auch. Der Sprecher der Bürgerinitiative „Leverkusen kontra Raststätte“ stellt derzeit Info-Happen auf Facebook. Thema: der angedachte Bau einer Rastanlage – also Parkplatz mit Toiletten – hauptsächlich für Lkw in Höhe Fester Weg in Lützenkirchen/Steinbüchel. „Bisher habe ich ein gutes halbes Dutzend Details eingestellt, die darlegen sollen, welche Fehler und Klöpse sich die Deges bei der Planung bisher geleistet hat“, sagt Westmeier. Hintergrund: Die Bund-Land-Firma Deges war beauftragt, geeignete Flächen für die einen weiteren Lkw-Rastplatz an der A 1 zwischen Wuppertal und Leverkusener Kreuz zu finden und stellte als Vorzugsvariante in Richtung Wuppertal das Areal in Leverkusen heraus. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer stimmte dem vor einigen Wochen zu. Stadtchef Uwe Richrath hatte mit einem mehr als deutlichen Schreiben Kritik an der Entscheidung geübt. Eine Antwort aus Berlin ist Richrath noch nicht auf dem Amtsschreibtisch geflattert.

Richrath hatte unter anderem moniert, dass die Entscheidung in der Phase der Corona-Krise getroffen wurde, in der Demonstrationen nicht gestattet waren, Bürger auf diese Weise ihren Protest nicht kundtun konnten. Das hatte auch Westmeier und seine Mitstreiter aufgeregt. Damit das Thema im Gedächtnis bleibt und die „Leute sensibilisiert werden“, sagt er, bestückt Westmeier  Facebook mit Details aus dem Standort-Unterlagen. „Die gucken wir uns ohnehin gerade nochmal genau an.“

So ist  in einem dieser Details etwa dieser Auszug aus den Unterlagen zu lesen: „Beim Standort ,Leverkusen-Lützenkirchen’, km 398,5 wirkt sich wie auf der gegenüberliegenden Seite (Standort Fahrtrichtung Köln) der zu geringe Abstand zwischen den bestehenden Überführungsbauwerken über die Autobahn ungünstig aus. Die Einordnung der Rastanlage erfordert den Umbau eines Bauwerkes und führt zu erhöhten Herstellungskosten.“ Westmeier sagt: „Das heißt, um einen Lkw-Rastplatz mit den notwendigen Zu- und Ausfahrten unbedingt auf diese vorhandene Fläche zu bauen, muss man zumindest die Autobahnbrücke Bruchhauser Straße umbauen. An anderer Stelle wird darauf verwiesen, dass von den geprüften Standorten dieser Standort der mit den höchsten Herstellungskosten ist.“

Genau da oder besser gesagt auf der Wiese, die zwischen der Brücke Bruchhauser Straße und der Brücke Altenberger Straße liegt – „das ist das Areal, wo der Rastplatz hinkäme“ –, kann sich Peter Westmeier auch eine große Demo vorstellen. Aber erst später, wenn es wieder möglich sein könnte. Bei der jüngsten Protestaktion der Initiative kamen 2000 Menschen. Bis zum Sommer gebe es in jedem Fall digitalen Protest – über Facebook und die Internetseite der Initiative.

Und über E-Mails.  Die Initiative will einen Musterbrief anlegen, den sich dann jeder, der seinen Protest kundtun will, herunterladen und an Scheuer und die Verantwortlichen bei der Deges schicken kann. Westmeier hofft, dass die Maileingänge bei den Zuständigen überquillen vor Kritik-Briefen aus Leverkusen. Mit der Aktion will die Initiative aber vorerst noch warten, bis Scheuer Richrath eine Antwort geschickt hat.