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Leverkusen: Händler unzufrieden mit Wochenmarkt in Wiesdorf

Mehr Umsatzminus als -plus : Ärger um den Wochenmarkt in Leverkusen-Wiesdorf

Die Händler beklagen einen Kundenschwund sowie Einnahmeverluste – und verzichten deswegen sogar auf Markttage. Die Verantwortliche suchen derweil weitere Beschicker.

Nur zu gerne würde Frank Arentz den Aufstand proben. „Ich habe immer den Mund aufgemacht, aber es nutzt nichts“, sagt der höchst unzufriedene Fischhändler. Hintergrund seiner Frustration ist der Wochenmarkt, der jeweils mittwochs und samstags in Höhe der Herz Jesu-Kirche in der Wiesdorfer Fußgängerzone aufgebaut und von der Werbegemeinschaft City Leverkusen verwaltet wird. „Auf allen Wochenmärkten habe ich ein Plus, nur nicht in Wiesdorf“, beklagt sich Arentz.

Am Reibekuchen-Stand sagen Katja und Aamir Shakeel Ähnliches. „Mittwochs wollen wir uns definitiv eine andere Stadt suchen, denn dann haben wir hier noch weniger Umsatz“, beklagen sich die Eheleute und fügen hinzu: „Die Pfarrer-Schmitz-Straße ist wie eine unsichtbare Grenze. Bis zur Rathaus-Galerie ist viel los, aber bis zu uns kommt kaum noch jemand.“ Für Dirk Hilgemeier, Betreiber der Markt-Metzgerei aus Leichlingen, lief das Geschäft am Mittwoch gar so schlecht, dass er nur noch samstags komme. „Das ist für mich derzeit in Ordnung, weil die Leute wegen Corona lieber an der frischen Luft einkaufen“, räumt er ein.

Während viele Bürger womöglich den Ausfall des City-Weihnachtsmarktes bedauern, freuen sich die Markthändler übereinstimmend. Ihr Verdienst würde sich in dieser Zeit um ein Vielfaches mindern, weil sie vom angestammten Platz zur Breidenbachstraße ausweichen müssten. Veranstalter Axel Kaechele: „Ich hätte persönlich nichts dagegen, den Markt an zwei Tagen in den Weihnachtsmarkt zu integrieren.“ Ausrichten kann er allerdings nichts, weil die Werbegemeinschaft das Sagen hat.

Deren Vorsitzender Frank Schönberger kennt das Problem. Eigentlich, sagt er, habe er den Betrieb auf mehrere Tage ausdehnen und neue Beschicker hinzugewinnen wollen, um den Markt  – ähnlich wie in Schlebusch  – interessanter zu gestalten. „Es ist doch klar, wenn ich nur noch Butter, Käse, Gemüse, Fisch und Fleisch habe, kommt kein Kunde eigens auf den Markt“, sagt er. Zwar hätten die Marktbeschicker ihre Unterstützung bei der Suche nach Verstärkung zugesagt, diese sei jedoch ausgeblieben, behauptet Schönberger.

Nachdem der Markt zunehmend schmolz  – auch weil die Beteiligten keine Nachfolger fanden  – würden manche von ihnen das Geschäft inzwischen am liebsten allein übernehmen, lautet der stille Vorwurf an Arentz. „Doch das funktioniert nicht, denn wenn die Stadt und die Werbegemeinschaft nicht mehr dahinterstehen, wird auch dieser Markt an die Marktgilde vergeben“, merkt Schönberger an. Er plane nun eine neuerliche Akquise und werde Landwirte persönlich ansprechen. „Vielleicht finde ich zwei oder drei Interessenten, die ab März kommen.“