Feuer in Brotfabrik in Leverkusen Rauchwolke abgezogen – keine Entwarnung für Rußpartikel

Update | Leverkusen/Leichlingen · Nach einem Großbrand in einer Backfabrik in einem Leverkusener Gewerbegebiet steht die Produktion still. Von den 17 Mitarbeitern, die am Sonntag im Einsatz waren, wurde niemand verletzt. Die Feuerwehr hatte am Sonntagabend Entwarnung gegeben, nachdem der Brand weithin sichtbare Rauchwolken verursacht hatte. Hinsichtlich der Brandursache spricht laut Polizei alles für einen technischen Defekt.

Leverkusen​: Brand in Gewerbegebiet - große Rauchwolke
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Brand bei Artar Brot – große Rauchwolke über Leverkusen

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Foto: Uwe Miserius

In der Backfabrik von „Artar Brot“ in der Fixheide gab es am Montagvormittag eine Krisensitzung, an dem neben der Geschäftsführung auch ein Architekt und Versicherungsvertreter teilnahmen. An eine Fortsetzung Produktion am dortigen Standort sei angesichts der umfassenden Zerstörung der Fabrik nicht zu denken, sagte Algin Artar, Mitgeschäftsführer im Familienbetrieb. „Wir waren schnell vor Ort, ein Mitarbeiter versuchte zu löschen, konnte sich aber dann selbst nur noch vor dem Feuer retten“, berichtet Artar. Zur Brandursache könne er derzeit nichts sagen. Dem Vernehmen nach war das Feuer offenbar im Motor des Kühlturms ausgebrochen und hatte dann auf das Dach übergegriffen. Laut Polizei spricht alles für „einen technischen Defekt“.

Auch ein etwa zehn Meter entferntes Diesellager war in Flammen aufgegangen und hatte so für eine weitere Rauchwolke gesorgt. Die 17 Mitarbeiter, die am Sonntag bei der Arbeit waren, blieben unverletzt. Insgesamt hat die Fabrik 60 Mitarbeiter, darunter auch Leiharbeiter. Die Geschäftsführung will nun prüfen, ob zumindest Teile der Produktion in einen zweiten Standort an der Porschestraße verlagert werden kann. Der Leverkusener Familienbetrieb beliefert kleine und Großkunden mit Fladenbrot, darunter auch Aldi und Edeka.

In Quettingen ist es am Sonntag um 14.30 Uhr zu einem Großbrand in einem Gewerbegebiet gekommen. Die Firma „Artar Brot“ stellt in der Fixheide in einer großen Produktionsanlage Fladenbrot her. Das Feuer war in großen Lagerhalle ausgebrochen, in der das Unternehmen das Getreide lagert. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte war das Dach bereits durchgebrannt. Eine Anwohnerin im Umfeld der Bäckerei sei wegen Kreislaufproblemen zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht worden, heißt es von der Feuerwehr.

Angesichts starker Rauchentwicklung warnte die Feuerwehr die Bevölkerung in den Leverkusener Stadtteilen Bürrig, Küppersteg, Rheindorf und Opladen sowie in Leichlingen und Monheim über die Warn-App Nina und riet, Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Gegen 18 Uhr spitzt sich die Lage in der Fixheide zu: Ein Öltank mit 12.000 Litern Öl hatte Feuer gefangen und sorgte für neue starke Rauchentwicklung, die Richtung Lützenkirchen zog. Die Bevölkerung wurde daher per Sirene gewarnt.

Gegen 18.30 Uhr meldete eine Pressesprecherin, das Feuer sei unter Kontrolle und örtlich begrenzt. Am späten Abend gab es dann eine Teil-Entwarnung. Türen und Fenster konnten wieder geöffnet werden.

Auf den Verzehr von Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten soll allerdings verzichtet werden, bis Rußpartikel untersucht worden sind. Weiterhin sollen die Rußpartikel nicht angefasst werden. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz hat dazu Verhaltenshinweise veröffentlicht: Wer größere Rußpartikel findet, solle diese nur mit Handschuhen aufnehmen und könne sie über den Restmüll entsorgen. Spielgeräte oder Gartenmöbel können mit Wasser und haushaltsüblichen Reinigungsmitteln gereinigt werden. Sollten Sandflächen stärker und deutlich sichtbar dunkel rußbeaufschlagt sein, sollten die obersten zehn Zentimeter Sand aus Vorsichtsgründen entsorgt und erneuert werden.

Die Stadt Leverkusen hat für Fragen und Anliegen rund um das Brandereignis die Telefon-Hotline 0214 406-3333 geschaltet. Zudem steht die E-Mail-Adresse 53-hotline@stadt.leverkusen.de bei Anfragen zur Verfügung.

Da die Einsatzarbeiten noch länger andauern, sind Straßen-Sperrungen rund um das Brand-Gebiet am Montagmorgen sehr wahrscheinlich, wie es hieß. Die Außenbereiche des Freibads Wiembach und der Außenbereich des Naturgut Ophovens bleiben am Montag geschlossen. Das Hallenbad Wiembach bleibt geöffnet.

Neben der gesamten Leverkusener Feuerwehr war auch die Werkfeuerwehr aus dem Chempark vor Ort. Angesichts der großen Zerstörung auf dem Firmengelände ist zudem das Technische Hilfswerk angefordert worden. Der Katastrophenschutz baute ein Verpflegungscenter für die Einsatzkräfte auf.

Nach Angaben einer Sprecherin waren 150 Kräfte im Einsatz.

Am Montag löschte die Feuerwehr weitere Glutnester, Einsatzkräfte entfernten kontaminierten Boden. Die Maybachstraße ist verölt und verschlammt und soll bis auf weiteres gesperrt bleiben, hieß es.

(mit Material der dpa)