1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Leverkusen: Grippeimpfung - was ist wichtig?

Gesundheit in Leverkusen : Was Sie zur Grippeschutzimpfung wissen müssen

In einigen Arztpraxen und Apotheken ist der Grippe-Impfstoff derzeit knapp. Sorge, dass nicht jeder geimpft werden kann, der möchte, soll sich aber keiner machen.

Wenn im Herbst die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, wird Jahr für Jahr ein Thema wieder aktuell: die Grippeschutzimpfung. Der Berliner Virologe Christian Drosten hatte bereits im März gesagt, es sei nie schädlich, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Doch wer sollte sich impfen lassen und wo ist das möglich? Wir haben die wichtigsten Fragen zusammengefasst.

Für wen ist die Grippeschutzimpfung wichtig? Monika Baaken, Pressesprecherin des Hausärzteverbandes Nordrhein, empfiehlt die Impfung in erster Linie für drei Personengruppen. „Das betrifft Risikopatienten, also Menschen mit Vorerkrankungen, die ohnehin in ärztlicher Behandlung sind, Schwangere und Personen, die beruflich mit vielen verschiedenen Menschen in Kontakt kommen, etwa in Schulen, Kindergärten und in den Pflegeberufen”, sagt sie. Unerlässlich sei allerdings ein intensives Vorgespräch mit dem Arzt, in dem die eventuelle Medikation berücksichtigt und über mögliche Nebenwirkungen informiert wird.

Wo bekommen die Bürger die Impfung? Erste Anlaufstelle ist weiterhin der Hausarzt. Da sei das übliche Prozedere, sich einen Termin geben zu lassen, sich beraten und sich anschließend impfen zu lassen, sagt Baaken. Der Apothekerverband Nordrhein und die AOK Rheinland Hamburg haben einen Modellversuch entwickelt, in dem auch in Apotheken geimpft werden kann. „Die Impfung wird da nur von Apothekern mit einer spezialisierten Zusatzqualifikation durchgeführt”, sagt Thomas Preis, Chef des Apothekerverbands Nordrhein. Ab November seien etwa 120 Apotheken bereit zu impfen. Welche Apotheken das sind, wird auf der Internetseite des Apothekerverbands Nordrhein bekannt gegeben. Es soll eine Entlastung für die Arztpraxen sein. „Die bleiben weiter der Hauptort, an dem geimpft wird”, sagt Preis. Er rechnet mit etwa 1000 bis 2000 Impfdosen in dieser Saison, die in Apotheken verabreicht werden. Bislang ist die Teilnahme an diesem Modellversuch nur für Versicherte der AOK Rheinland Hamburg möglich.

Gibt es ausreichend Impfstoff? Die Nachfrage nach der Grippeschutzimpfung ist hoch. In einigen Apotheken und Arztpraxen ist der Impfstoff bereits knapp, die Hersteller kommen mit den Lieferungen nicht nach. „Die Nachfrage nach Influenza-Impfungen ist stark gestiegen, wir haben jetzt eine Situation, wie sie in den Vorjahren erst zum Höhepunkt der Influenza-Grippe im Februar oder März ist”, betont Preis. Allerdings rechne er damit, dass die Nachfrage in den kommenden Monaten sinken werde. Klaus Schäfer, Pressesprecher für Leverkusen des Apothekerverbands, bestätigt die steigende Nachfrage. Das habe auch damit zu tun, dass besonders die Risikogruppen mehrfach dazu aufgerufen wurden, sich impfen zu lassen. „Die Industrie sollte mehr Impfstoff produzieren und nicht zu knapp denken”, appelliert er. Das mindere die Sorge in der Bevölkerung, dass der Impfstoff nicht für alle reichen könne.

Was kostet die Impfung? Auf die Bürger kommen keine zusätzlichen Kosten zu, das werde von den Krankenkassen übernommen, sagt Baaken.

Warum ist es gerade jetzt so wichtig, sich gegen Grippe impfen zu lassen? Eine Erkrankung sowohl an Influenza als auch an Corona sollte vermieden werden, da das das Immunsystem vor enorme Herausforderungen stellt. „Gegen die Grippe gibt es einen Impfstoff, daher ist es auch sinnvoll, diesen zu nutzen”, sagt Monika Baaken. Thomas Preis geht davon aus, dass aufgrund der Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus sich auch die Influenza-Viren nicht so schnell verbreiten wie in den Vorjahren. Dennoch sollten sich gerade die Risikopatienten schützen.

Welche Nebenwirkungen kann die Grippeschutzimpfung haben? In den ersten Tagen nach der Impfung könnten Allgemeinsymptome wie beispielsweise Frösteln, Müdigkeit, Übelkeit oder Muskelschmerzen auftreten, sagt Monika Baaken. Das werde auch im Vorgespräch thematisiert. In der Regel klingen die Symptome nach wenigen Tagen wieder ab. Sollte das nicht der Fall sein, wird empfohlen, sich mit dem Arzt in Verbindung zu setzen.