Leverkusen: Gesamtschüler aus Schlebusch machen Spendenlauf nach Vaduz.

Karawane nach Liechtenstein : Schüler joggen nach Vaduz

Der Spendenlauf der Gesamtschule Schlebusch geht diesmal nach Liechtenstein.

Wenn die rund 50 Schüler der Gesamtschule Schlebusch mit bunten Mottoshirts mal wieder in eine der europäischen Hauptstädte einlaufen, staunen die Bewohner der Metropolen nicht schlecht. Ob nun in Prag, Kopenhagen oder dem schönen Paris – unweigerlich gehen die Blicke auf den Pulk deutscher Gesamtschüler. Doch niemand ahnt wohl, dass diese gerade nicht etwa mit dem Bus, sondern zu Fuß in der Stadt angekommen sind.

Seit 15 Jahren veranstalten die Schlebuscher nun ihren Spendenlauf. Soweit nichts Ungewöhnliches und ein weit verbreitetes Ritual. Doch in Schlebusch geht man im wahrsten Sinne des Wortes weiter. „Andere laufen um den See, wir laufen in europäische Hauptstädte“, brachte es Sportlehrer Dirk Rodehüser kurz vor dem Startschuss auf den Punkt.

Vor der Schule an der Ophovener Straße hatten sich nicht nur 44 Schüler, ein paar Eltern und neun Betreuer eingefunden, auch eine Hand voll Kleinbusse standen vollgepackt auf dem Bürgersteig. Die Autos sind mit das wichtigste Hilfsmittel. Denn bis Freitag muss die Gruppe über 600 Kilometer zurücklegen, das sind 160 Kilometer am Tag. Und weil keine Füße der Welt das aushalten würden, legen die 44 Läufer die Kilometer in Etappen zurück.

Das bedeutet: Sechs Autos teilen sich 160 Kilometer. Damit verringert sich die Strecke jeweils auf ein Sechstel. In jedem Auto befinden sich acht Schüler. Damit verringert sich die Distanz noch einmal und endet bei rund fünf Kilometer pro Schüler. „Es gibt eine Vorauswahl. Dort müssen die Teilnehmer beweisen, dass sie fünf Kilometer am Stück joggen können“, berichtet Organisator Rodehüser.

Dem Pkw hinterher geht es dann also in den kommenden Tagen immer gen Süden. Klar, gab Rodehüser zu, wären einige Schüler lieber nach Paris gelaufen. Und doch: Wie gewohnt erfreut sich der Lauf großer Beliebtheit. Im vergangenen Jahr kamen 10.000 Euro zusammen. Die Hälfte blieb in der Schule, die andere erhielt eine Hilfsorganisation in Nicaragua.

Die Nächte verbringt die Truppe in Zelten. Die Abende sind gemeinsame Zeit und Sightseeing.  150 Euro sind die Teilnahmegebühr, hinzu kommen Partner, die die erforderliche Summe von gut 8000 Euro aufbringen. Für die Schüler jedenfalls lohnt sich der ganze finanzielle und arbeitsintensive Aufwand.

Janina ist zum bereits fünften Mal dabei. In der sechsten Klasse begann sie, mit Schulkameraden aus den fünften bis zwölften Klassen in große europäische Hauptstädte zu laufen. „Man kann schon sagen, dass es ist ein Abenteuer ist“, sagt die 16-Jährige. Viele Dinge könne sie bis heute nicht vergessen. Das Lager am Fuße der Zugspitze sei eines dieser Erlebnisse. Und wann komme man schon mal nach Vaduz, sagt sie lächelnd.

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