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Leverkusen: Gericht sieht Nötigung wegen Ausbremsen als erwiesen an

Gefährliche Aktion auf der Autobahn : Ausgebremst – Gericht sieht Nötigung als erwiesen an

Die Angeklagte bestreitet die Tat und behauptet, sie hätte mit einem Flugzeug fliegen müssen, um zur Tatzeit am Tatort sein zu können.

Am 10. Mai des vergangenen Jahres ist es auf der A 59 in Fahrtrichtung Leverkusen zu einer gefährlichen Situation gekommen. Eine Frau soll diese mutwillig herbeigeführt haben. Sie soll sich mit ihrem BMW vor den Pkw einer anderen Fahrerin gesetzt haben und die 25-Jährige bei einer Geschwindigkeit von zunächst 120 km/h auf bis gut 65 herunter gebremst haben.

Gegen den Strafbefehl in Höhe von 900 Euro ging die Beschuldigte jetzt vor dem Amtsgericht Leverkusen vor. Die Verhandlung sorgte bei ihr und ihrem Verteidiger für viel Frust. Denn die Angeklagte konnte sich mit ihrer Version beim Richter nicht durchsetzen. Sie nahm den Einspruch daraufhin auf Anraten ihres Anwalts zurück. Dieser ließ offiziell genervt ins Protokoll aufnehmen, dieser Schritt geschehe nur auf Druck des Gerichts, und der Strafbefehl sei inhaltlich inkorrekt.

Zu der Überzeugung, die Fahrerin des BMW bremste tatsächlich eine andere Frau aus, war der Richter wohl aufgrund der Zeugenaussage der Geschädigten gekommen. Die Angeklagte hatte dargelegt, sie hätte zu dieser Zeit gar nicht am Tatort sein können.

Die Geschehnisse sollen sich um 17.10 Uhr ereignet haben. In einer Baustelle, so die Anklage, habe sich die Fahrbahn auf eine Spur verengt. Dort sei die Frau der Geschädigten sehr nah aufgefahren und habe gedrängelt. Als sie schließlich überholen konnte, bremste sie die 25-Jährige aus.

Die Angeklagte betonte, erst kurz vor diesem Zeitpunkt von der Arbeit losgekommen zu sein. Das sei auch so im System erfasst. Von Monheim aus könne sie die A 59 so schnell nicht erreichen. „Da bräuchte ich schon ein Flugzeug, mit dem ich über die Autos fliege“, bekräftigte sie. Ihr seien die Vorwürfe peinlich, wie sie sagte: „Mir ist das schon unangenehm, wenn das hier vorgelesen wird. Das ist zum Fremdschämen.“

Die Geschädigte sagte aus, sie könne sich gut an den Vorfall erinnern. „Das war eine heftige Bremsung, die ich da machen musste“, betonte sie. „Hätte ich nicht so stark abgebremst, hätte es sein können, dass ich ihr hinten drauf fahre.“ Mitten auf der Autobahn habe ihr das Angst gemacht.

Hinterm Steuer des BMW habe eine Frau gesessen – mit dunklen Haaren und einem Dutt, wie die Beschuldigte ihn trage. In der Folge übte der Verteidiger mittels leicht provokantem Befragungsstil Druck auf die junge Frau aus. Der war diese unangenehme Situation anzumerken. Doch ließ sie sich nicht beirren.

Der Richter glaubte der Frau und empfahl der Verteidigung, den Einspruch gegen den Strafbefehl zurückzunehmen. Das geschah widerwillig.