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Leverkusen: Gefäßchirurg Thomas Lübke klärt zu bundesweitem Gefäßtag über Wunden auf

Gefäßchirurg Thomas Lübke aus Leverkusen : Wenn Wunden auf Krankheiten hinweisen

Am Samstag, 25. September, ist der bundesweite Gefäßtag der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie. Das Motto in diesem Jahr: „Ihre Wunde in unseren Händen“. Der Leverkusener Gefäßchirurg Thomas Lübke klärt auf.

Jeder hatte sie schon, eine Wunde. Aber kaum jemand weiß, was alles sie bedeuten kann. Denn meist sind die Wunden keine Folge eines Unfalls oder einer Außeneinwirkung, sondern sind ein Symptom einer Erkrankung. „Allein deshalb ist das ein wichtiges Thema, das unbedingt mehr Aufmerksamkeit bekommen sollte“, betont Thomas Lübke, Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie am Klinikum Leverkusen.

Ein Beispiel: In Deutschland leben nach aktuellen Schätzungen etwa 800.000 Menschen mit chronischen Wunden. Also Wunden, die trotz Behandlung innerhalb von acht Wochen nicht abgeheilt sind. In rund 80 Prozent ist die eigentliche Ursache der Wunde eine Erkrankung unserer lebenswichtigen Versorgungsgefäße, also der Venen, die Blut zum Herzen führen und Arterien, die das Blut vom Herzen weg in die Zellen transportieren. Meist verengen sich im Laufe des Lebens die Arterien oder erweitern sich die Venen. „Die Gefäße sind dann nicht mehr in der Lage, den Transport des Blutes vollständig zu erledigen. Das Resultat dieser Veränderungen führt oft zu einem Mangel an Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen in den betroffenen Arealen“, erklärt der Klinikchef, wie Wunden entstehen können.

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Lübke rät Patienten, bei Verdacht auf eine chronische Wunde unbedingt einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache abzuklären. Zu groß ist das Risiko, dass es ein Symptom für lebensbedrohliche Erkrankungen wie Arterienverkalkungen, Bluthochdruck oder einen schlecht eingestellten Zucker sein könnte. Verengungen der Arterien können dazu führen, dass die zu versorgenden Regionen nicht mehr versorgt werden, was irreparable Schäden zur Folge hat. Durch Erweiterung von Venen kann es zu einem Blutstau in den Beinen kommen.

Neben diesen Risiken stellen die Wunden selbst aber auch eine Beeinträchtigung der Lebensqualität dar. Denn Schmerzen, eingeschränkte Mobilität oder schlecht riechende Wunden belasten das soziale Umfeld.

Das achtköpfige Ärzteteam des Leverkusener Gefäßzentrums, bietet ein umfassendes Leistungsspektrum für Patienten mit Gefäßerkrankungen. „Wir decken das komplette gefäßchirurgische Spektrum ab. Wir sind auf Diagnostik, Therapie und Nachsorge aller venösen und arteriellen Erkrankungen des Gefäßsystems spezialisiert“, so Lübke. Davon profitieren auch alle Patienten mit chronischen Wunden.

Die Behandlung steht laut Klinikum auf zwei Säulen, der sogenannten Kausaltherapie, die die Ursache sucht, und der Lokaltherapie, mit der die Wunde selbst behandelt wird.

Der erste Schritt ist deshalb eine umfassende Basisdiagnostik unter Einsatz der modernen Medizintechnik des Klinikums auf universitärem Niveau. Mit Ultraschall und dem sogenannten Doppelverschlussdruckmessverfahren, einer unproblematischen und völlig schmerzfreien Untersuchung, werden die Gefäße des Patienten untersucht. Bei Bedarf erfolgt eine weiterführende Diagnostik wie Computertomographie oder Kernspintomographie. Wird eine Gefäßerkrankung erkannt, wird eine entsprechende Therapie gestartet, die sich nach dem Krankheitsbild richtet. Das können einfache konservative Verfahren sein, wie Druckentlastung an den betroffenen Stellen, eine medikamentöse Einstellung oder besonders schonende Katheter-Verfahren, um beispielsweise Arterien zu erweitern. Sollten minimalinvasive Methoden medizinisch nicht angewendet werden können, stehen operative Verfahren zur Verfügung.

Parallel wird die Wunde selbst behandelt. Das Klinikum Leverkusen hat dazu ein besonderes Wundmanagement entwickelt. In der Gefäßklinik ausgebildete Wundmanager sowie Ärzte mit entsprechender Fortbildung betreuen die Patienten während der gesamten Behandlung. Darüber hinaus legt die Gefäßklinik großen Wert auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den anderen Fachbereichen der Klinik.

Um sich anlässlich des Gefäßtages der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin über die vielfältigen Möglichkeiten der modernen Gefäßchirurgie zu informieren, können Interessierte die Website von Thomas Lübke und seinem Team besuchen (siehe Infokasten). Dort gibt es umfangreiche Informationen zum Thema.

Wer eine chronische Wunde hat, sollte aber einen Arzt aufsuchen und nicht erst das Internet befragen.

(bu)